Anleihen

Optimismus am Bondmarkt

Die Experten von M&G Investments sehen bei Anleihen, dass die Papiere mittlerweile schon wieder einen guten Ausgleich gegen das Rezessionsrisiko bieten. Im Blick haben sie Floater.

Optimismus am Bondmarkt

kjo Frankfurt

Am Anleihemarkt scheint der Optimismus zurückzukehren. Aussagen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, um wieder Anleihen zu kaufen, werden immer häufiger, meint Jim Leaviss, CIO Public Fixed Income Team bei M&G Investments. Er sieht Chancen, dass man in den nächsten zwölf Monaten eine Renaissance der Festverzinslichen erleben wird: „Seit Anfang 2022 haben alle Anlageklassen eine deutliche Neubewertung erfahren. Der ursprüngliche Auslöser war die steigende Inflation, aber in jüngster Zeit hat sich die Sorge um das globale Wirtschaftswachstum in den Vordergrund geschoben. Unserer Meinung nach hat der Ausverkauf Einstiegsgelegenheiten zu äußerst attraktiven Preisen geschaffen, auch wenn es auf kurze Sicht noch weiter recht volatil zugehen kann“, sagt Leaviss. Die ausgeweiteten Credit Spreads stellen dabei einen Puffer gegen einen weiteren Zinsanstieg dar.

Wie jede Anlagestrategie hätten auch Anleihen ihre Stärken und Schwächen. Zwei Pluspunkte sieht er: Trotz hoher Inflation und steigender Zinsen könnten verschiedene Bereiche des Bondmarktes genutzt werden, um für regelmäßige Erträge im Portfolio zu sorgen. Zudem seien Anleihen zur Diversifizierung eines Portfolios sinnvoll, insbesondere in diesen unsicheren Zeiten. „Allerdings können sie bei steigenden Inflationsraten und einem strafferen geldpolitischen Umfeld auch sehr anfällig sein, wie das erste Halbjahr 2022 gezeigt hat“, so der Experte.

Floater im Blick

Zur weiteren Vorgehensweise sagt er: „Wir halten nichts von Versuchen, den Markt zu timen, und wir können nicht die Zukunft vorhersagen. Wer langfristig investieren will, sollte Anleihen jedoch nicht unberücksichtigt lassen – zumal einige Marktbereiche bereits einen guten Ausgleich gegen das Rezessionsrisiko bieten.“ Seiner Einschätzung nach seien aktuell zwei Typen festverzinslicher Instrumente am attraktivsten: Kurzläufer und Floating Rate Notes (FRN), also variabel verzinsliche Anleihen.

Kurze Laufzeiten seien interessant für Anleger, die weiter steigende Renditen erwarten und glauben, dass die Unternehmen in guter Verfassung seien. Hier könnte eine aktiv verwaltete Short-Duration-Credit-Strategie sinnvoll sein. Solche Fonds würden oft über die Flexibilität verfügen, in eine Vielzahl komplexerer Vermögenswerte zu investieren. Dazu zählten forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS), die eine attraktive Risikoprämie bieten können.

Manche Fonds können sich auch in FRN engagieren. Hochverzinsliche FRN hätten außerdem eine Duration, die nahe bei null liege. Vor allem während der jüngsten Ausverkaufswelle an den Staatsanleihemärkten habe sich dies als günstig erwiesen. Gegenüber herkömmlichen Hochzinsanleihen konnten sich FRN zuletzt sogar besser entwickeln. Hauptgrund dafür ist die fehlende Duration, da die Anleger ihre Portfolios gegen erwartete künftige Zinserhöhungen schützen wollen.

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