ANLEIHEN

Peripherieanleihen legen nach EZB-Programm stark zu

Zehnjährige Bundrendite steigt allerdings an

Peripherieanleihen legen nach EZB-Programm stark zu

kjo Frankfurt – Das Notkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) für Anleihen hat die Staatspapiere vieler Eurozonenländer am Donnerstag teils massiv angetrieben. Somit sackten die Renditen deutlich ab, konnten sich aufgrund von Gewinnmitnahmen aber nicht auf den Tagestiefs halten. Im Kampf gegen die Folgen der Coronaviruskrise will die EZB weitere Anleihen in Höhe von 750 Mrd. Euro erwerben.Von dem angekündigten Notkaufprogramm profitierten insbesondere italienische Papiere. So sackte die Rendite zehnjähriger Papiere bis auf 1,52 % ab nach 2,30 % am Vortag. Am späten Nachmittag lag die Rendite dann wieder bei 1,85 %. Ähnlich sah das Bild bei den spanischen Pendants aus. Die Zehnjahressatz fiel bis auf 0,73 % nach 1,23 % am Vortag. Am späten Nachmittag lag die zehnjährige Spanienrendite dann wieder bei 0,90 %. Die zehnjährige Bundrendite bekam durch die Ankündigung der EZB, weitere Anleihen kaufen zu wollen, ebenfalls erst einmal einen Schub nach unten. Sie fiel bis auf – 0,38 % zurück nach – 0,23 % am Vortag. Am Nachmittag war sie dann wieder bei – 0,18 % aufgrund von Liquidationen. Der Bund-Future mit Juni-Fälligkeit lag somit am späten Nachmittag im Minus. Beim Stand von 168,16 % war es ein Rückgang von 80 Ticks.Das Notkaufprogramm könnte die Rentenmärkte stabilisieren, die zuletzt einen Ausverkauf gesehen hätten, schrieb Analyst Stefan Große von der Nord/LB. Für diesen Sell-off gab es zwei Hauptgründe – Liquidität zu schaffen und die Erwartung von mehr Material aufgrund des gestiegenen Refinanzierungsbedarfs der Staaten und Unternehmen, die auf die Krise reagieren. Für beides sollte die EZB nun tatsächlich für etwas Beruhigung sorgen. Marktteilnehmer kalkulieren aber ein, dass es die nächsten Tage volatil bleiben wird.