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Powells Rede in Jackson Hole rückt in den Fokus

Vor dem Notenbanker-Treffen bewegen sich die Industrieländerwährungen kaum

Powells Rede in Jackson Hole rückt in den Fokus

sts Frankfurt – Angesichts des bevorstehenden Notenbanker-Treffens in Jackson Hole hat es am Dienstag bei den wichtigen Industrieländer-Währungen kaum Bewegungen gegeben. Marktakteure erwarten von der Konferenz der US-Notenbank Federal Reserve neue Erkenntnisse zur künftigen Geldpolitik. Der Euro kostete kaum verändert 1,1075 Dollar bzw. 0,9137 Pfund.Somit hatten die Regierungskrise in Italien wie auch die steigende Wahrscheinlichkeit eines ungeregelten britischen EU-Austritts (No-Deal-Brexit) keine Auswirkungen auf das Marktgeschehen. Stattdessen gingen die Akteure in Wartestellung, wobei die Rede von US-Notenbank-Präsident Jerome Powell am Freitag in Jackson Hole mit der größten Spannung erwartet werden dürfte. Die Deutsche Bank spricht vom “größten Risiko-Event” für die Märkte in dieser Woche. Erwartet wird, dass Powell schon für September die nächste Zinssenkung ankündigt.Dieser Schritt würde jedoch nicht automatisch einen schwächeren Dollar nach sich ziehen, argumentiert die DZ Bank. “Der US-Dollar tanzt auf mehr Hochzeiten als nur der US-Geldpolitik”, betont die Bank. Schon nach der jüngsten Zinssenkung um 25 Basispunkte hatte der Greenback zugelegt. “Schließlich gilt es als allgemein akzeptiert, dass eine Zinssenkung eine Währung tendenziell belastet”, so das Institut. “Im aktuellen Umfeld lässt sich die Ausnahme von dieser mutmaßlichen Regel noch mit der Erleichterung begründen, dass dem US-Dollar sowohl eine stärkere Senkung um 50 Basispunkte als auch die Ankündigung einer ganzen Folge von weiteren Senkungen erspart geblieben ist.” Allerdings weist die Bank auf eine Reihe von Beispielen hin, in denen der Dollar trotz sinkender Leitzinsen aufwertete. Der erwartete Zusammenhang zwischen sinkenden US-Leitzinsen und einem schwachen Dollar lasse sich “nur während des Einpreisens der Zinssenkungen (sechs bis acht Wochen vor der Entscheidung) stabil beobachten”.Nach Einschätzung der Commerzbank versucht die Fed derzeit allerdings eher, die Zinssenkungserwartungen zu dämpfen. Da zugleich eine Lockerung durch die EZB im September zu erwarten sei, könnte sich der Euro in nächster Zeit zum Dollar weiter abschwächen, nachdem er zuletzt schon unter die Marken von zunächst 1,12 Dollar und 1,11 Dollar abgerutscht ist.