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Präsident der Tokioter Börse tritt nach Systemausfall zurück

mf - Zwei Monate nach dem ersten Systemausfall während eines kompletten Handelstages zieht die Tokioter Börse personelle Konsequenzen. Präsident Koichiro Miyahara (63), zugleich Co-Chef des Mutterkonzerns Japan Exchange Group (JPX), trat mit...

Präsident der Tokioter Börse tritt nach Systemausfall zurück

mf – Zwei Monate nach dem ersten Systemausfall während eines kompletten Handelstages zieht die Tokioter Börse personelle Konsequenzen. Präsident Koichiro Miyahara (63), zugleich Co-Chef des Mutterkonzerns Japan Exchange Group (JPX), trat mit sofortiger Wirkung zurück und übernahm damit die Verantwortung für den totalen Handelsstopp am 1. Oktober. Die Ursache war ein Software-Update, das im Bedienungshandbuch des Handelssystems Arrowhead von Fujitsu nicht vorgesehen war.Der Anlass für die verspätete Reaktion: Die Financial Services Agency forderte die Tokioter Börse und den Mutterkonzern Japan Exchange Group am Montag auf, ihren Geschäftsbetrieb zu verbessern. Es war das erste Mal seit der Einführung des automatisierten Handels im Jahr 1999, dass einen ganzen Tag lang keine Aktien an der Tokioter Börse gehandelt werden konnten. Dieser Fehltritt ereignete sich ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als die Tokioter Regierung Japan als alternatives Finanzzentrum zu Hongkong anpries.Akira Kiyota (75), seit fünf Jahren Chief Executive Officer der Japan Exchange Group, übernimmt vorerst die Aufgaben von Miyahara. Als Mitverantwortlicher für den Technikausfall akzeptiert er gleichzeitig eine Gehaltskürzung um 50 % während der nächsten vier Monate. Von 2013 bis 2015 war Kiyota bereits Präsident und CEO der Tokioter Börse gewesen. Sein vorheriges 44-jähriges Berufsleben hatte er bei Japans zweitgrößter Investmentbank Daiwa Securities verbracht. Dort war er zuletzt Ehrenvorsitzender des Verwaltungsrates.Der zurückgetretene Miyahara arbeitete seit 1988 für die Tokioter Börse. Sein Rücktritt überraschte Beobachter nicht. Schon 2005, als es innerhalb von sechs Wochen zweimal zu einem Computerabsturz gekommen war, musste der damalige Börsenchef Takuo Tsurushima ebenfalls seinen Hut nehmen. Nun will die JPX bis März entscheiden, wie sie bei einem neuerlichen Computerausfall verfahren will.