Renditen der Bundesanleihen ziehen deutlich an
ck Frankfurt – Der Druck auf europäische Staatsanleihemärkte hat sich am Donnerstag verstärkt. Neben der erstarkten Risikobereitschaft der Marktteilnehmer belasteten Äußerungen von Vertretern der Europäischen Zentralbank, die die hohen Erwartungen an geldpolitische Lockerungsmaßnahmen zu dämpfen versuchten. Aus diesem Grund gerieten auch die italienischen Staatsanleihen, die zuvor von der Zustimmung der Anhänger der Fünf-Sterne-Bewegung zu einer Koalition mit dem Partito Democratio getrieben worden waren, unter Druck. Die laufende Verzinsung des zehnjährigen Titels erhöhte sich bis auf 0,98 % und lag zuletzt 9 Stellen über Vortagsniveau bei 0,91 %. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg bis auf -0,57 % und lag am frühen Abend 11 Stellen über dem letzten Stand vom Mittwoch bei -0,59 %.Stark gefragt war eine vierjährige 0 %-Anleihe von Continental im Volumen von 500 Mill. Euro. Dafür gingen Orders für rund 1,7 Mrd. Euro ein, so dass der den Investoren gebotene Aufschlag deutlich reduziert werden konnte. Zunächst um 90 Basispunkte (BP) angepriesen, wurde der Titel zu 55 BP über der Swap-Mitte untergebracht. Das entsprach einer Verzinsung von nur 0,049 %. Moody’s und Standard & Poor’s (S&P) erteilen dem Unternehmen die Noten “Baa1″ und BBB+”.Nicht minder begehrt war eine ebenfalls vierjährige und 500 Mill. Euro schwere Anleihe von Wirecard. Hier beliefen sich die Orders auf rund 1,2 Mrd. Euro. Nach ersten Vorstellungen von 135 bis 140 BP erfolgte die Platzierung zu 110 BP über der Swap-Mitte. Das entsprach einer Verzinsung von 0,631 %. Moody’s benotet Wirecard mit “Baa3”. Der italienische Gasnetzbetreiber Snam nahm mit im Mai 2024 fälligen und 15-jährigen Anleihen 1,1 Mrd. Euro auf, für die Orders für mehr als 2,5 Mrd. Euro eingingen. Der Langläufer wurde nach ersten Indikationen von 130 bis 135 BP zu 103 BP über der Swap-Mitte untergebracht. Moody’s und S&P benoten das Unternehmen mit “Baa2” und “BBB+”.