Anleihen

Renditen erneut auf Klettertour

Die Staatsanleihenrenditen sind am Dienstag erneut deutlich gestiegen. Die zehnjährige Bundrendite stieg erstmals seit dem November 2018 über 0,50%.

Renditen erneut auf Klettertour

ck Frankfurt

Die Staatsanleiherenditen haben am Dienstag den zweiten Tag in Folge deutlich angezogen. Grund war weiterhin die Rede des Fed Chairman Jerome Powell vom Vortag, in dem dieser erklärt hat, dass die Fed bereit ist, zur Bekämpfung der Inflation ihren Leitzins gegebenenfalls schneller und aggressiver zu erhöhen. Die laufende Verzinsung der zehnjährigen Bundesanleihe stieg erstmals seit dem November 2018 über die Marke von 0,50% bis auf 0,53% und lag zuletzt 5 Stellen über Vortagsniveau bei 0,495%. In Moskau tendierten russische Staatsanleihen fest; in der zehnjährigen Laufzeit sank die Rendite um 44 Stellen auf 13,64%. Der Moskauer Anleihehandel wurde am Montag wiedereröffnet, für den Aktienhandel gibt es noch kein Startdatum.

Der Bund stieß mit der Aufstockung seiner Bundesobligation auf eine ausreichende Nachfrage. Bei einem Volumen von 4 Mrd. Euro gaben 28 Mitglieder der Bietergruppe Bundesemissionen 42 Gebote für rund 4,25 Mrd. Euro ab. Zugeteilt wurden rund 3,35 Mrd. Euro, ca. 675 Mill. Euro wurden für die Marktpflege einbehalten. Das Gebots-Deckungs-Verhältnis betrug wie bei der Vorgängerauktion vom 15. Februar 1,3. Die Durchschnittsrendite betrug 0,21% nach 0,04%.

Den Deal des Tages brachte die Europäische Union, die zwei Titel begab. Dabei handelte es sich zum einen um eine zehnjährige Anleihe für das Next-Generation-Programm, die zunächst auf 8 Mrd. angelegt war, deren Volumen dann aber angesichts der überbordenden Nachfrage auf 10 Mrd. Euro erhöht wurde. Hinzu kam eine 15-jährige Sure-Anleihe im Volumen von 2,17 Mrd. Euro. Die Orderbücher der Titel lagen bei mehr als 63 Mrd. und mehr als 31 Mrd. Euro. Nach einer Vorgabe um 13 Basispunkte (BP) wurde der zehnjährige Titel zu 15 BP unter der Swap-Mitte platziert. Die 15-Jährige Anleihe wurde nach eine Guidance von 6 BP zu 8 BP unter der Swap-Mitte platziert.

Bayer begab erstmals nach 5,5 und 8,5 Jahren kündbare Hybrid-Anleihen im Volumen von 500 und 800 Mill. Euro. Dafür gingen Orders für rund 1,3 Mrd. und ca. 2,3 Mrd. Euro ein. Nach ersten Vorstellungen um 4,625% und von 5,5% bis 5,625% wurden die Titel zu 4,625% und 5,5% platziert. Österreich vergab die Mandate für eine zehnjährige Anleihe. Zum Zuge kamen Bank of America, J.P. Morgan, Morgan Stanley, Nomura und Raiffeisenbank International.