Softbank soll Nasdaq-Rally forciert haben

Unternehmen hat angeblich milliardenschwere Wetten auf Technologiewerte getätigt - Aktie bricht ein

Softbank soll Nasdaq-Rally forciert haben

mf Tokio – Mit einem Verlust von 7,2 % zum Handelsschluss am Montag hat die japanische Softbank Group am Aktienmarkt kräftig Federn gelassen. Offenbar reagierten vor allem japanische Privatanleger negativ auf einen Bericht der “Financial Times”, wonach der Finanzinvestor mit Terminkontrakten in großem Stil auf steigende Kurse von Technologie-Schwergewichten wie Apple und Amazon gewettet haben soll. Der Einbruch spiegelte zugleich die jüngsten Verluste an der Nasdaq-Börse wider. Aufgrund massiver Aktienrückkäufe und der generell starken Nachfrage nach Technologietiteln hatten die Anteile von Softbank in diesem Jahr bis Montag um 33 % zugelegt.Die britische Finanzzeitung bezeichnete Softbank als “Wal” im Teich der Nasdaq-Börse. Laut verschiedenen Berichten soll der japanische Investor im Volumen von 4 Mrd. Dollar Optionen auf große Technologieaktien gekauft und dadurch die Nasdaq-Rally angeheizt haben. Denn die Banken hinter den Kontrakten reagieren auf ein höheres Kaufvolumen, indem sie ihrerseits die entsprechenden Aktien nachkaufen. “Dies sind einige der größten Deals, die ich in 20 Jahren erlebt habe”, zitierte die “Financial Times” einen Händler. Softbank wollte die Berichte nicht kommentieren.Laut Goldman Sachs standen in den vergangenen zwei Wochen nominal 335 Mrd. Dollar an Terminkontrakten auf steigende Kurse von einzelnen US-Aktien aus, drei Mal mehr als der Durchschnitt von 2017 und 2019. Gemäß dem FT-Bericht lag das Volumen einzelner Wetten jedoch weit außerhalb der Möglichkeiten von Privatanlegern. Im August kletterten Apple um 21 %, Alphabet um 10 %, Amazon um 9 % und Tesla um 74 %.Der Softbank-Chef Masayoshi Son hatte Anfang August den Aufbau einer Vermögensverwaltung für Technologieaktien mit einem Startkapital von 666 Mrd. Yen (5,3 Mrd. Euro) bekannt gegeben. Laut Mitteilungen an die US-Börsenaufsicht kauften die Japaner für fast 2 Mrd. Dollar Anteile an Amazon, Alphabet, Microsoft und Tesla. Mit Terminkontrakten könnte dieser Aktienerwerb sowohl gehebelt als auch abgesichert worden sein. Komplexe AnlagestrategieSeit dem Frühjahr verkauft Softbank Anteile an ihrer japanischen Mobilfunktochter, an der chinesischen Alibaba Group sowie dem US-Mobilfunker Sprint. Dabei benutzten Softbank-Chef Son und sein Finanzchef Rajeev Misra auch Optionsgeschäfte, um die Transaktionen abzusichern und steuerlich zu optimieren. Ein Teil der Einnahmen fließt offenbar in die neue Vermögenssparte. Deren komplexe Anlagestrategie, die eher einem Hedgefonds ähnelt, soll auch innerhalb von Softbank umstritten sein.