Spaniens Zehnjahresrendite im Minus

CO2-Preis erreicht Rekordniveau - Europas Aktienmärkte geben nach

Spaniens Zehnjahresrendite im Minus

kjo Frankfurt – Für den europäischen Staatsanleihenmarkt ist 2020 ein Jahr mit vielen Rekorden und Meilensteinen. Fast kein Monat ist im bisherigen Jahresverlauf vorübergegangen, in dem nicht ein neues Zinstief erreicht wurde. In der nun abgelaufenen Woche kam der nächste Meilenstein hinzu. Gesetzt wurde er von Spanien. Die Rendite der zehnjährigen spanischen Staatsanleihe fiel erstmals in der Geschichte des Landes unter die Nulllinie, d. h. in den negativen Bereich. Damit lag die Standardlaufzeitenkurve von zwei bis zehn Jahren der spanischen Staatsanleihen zumindest für einen Moment komplett im negativen Bereich.Der Grund für den Renditerückgang ist die Jagd der Anleger nach Rendite, welche die Investoren immer wieder auch bei den Papieren aus der Eurozonenperipherie zugreifen lässt. Nachwirkungen zeigte aber auch die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Donnerstag. Die EZB weitete ihr Krisenkaufprogramm PEPP zeitlich und volumenmäßig nochmals aus, und EZB-Chefin Christine Lagarde erklärte, dass die günstigen Finanzierungsbedingungen am Markt erhalten werden sollen. Das hält die Renditen niedrig. Zudem befürchteten Marktteilnehmer abermals, dass es womöglich zwischen der EU und Großbritannien zu einem No Deal kommen könnte. Auch das ließ die Anleger bei den Staatsanleihen der Eurozone zugreifen. Spaniens zehnjährige Staatsanleiherendite fiel bis auf das Rekordtief von minus 0,002 %. Später kam es zu Gewinnmitnahmen, so dass die Rendite abends wieder bei 0,01 % lag. Am Vortag war es noch ein Satz von 0,03 %.Einen Rekord gab es auch noch in einem anderen Marktsegment, und zwar beim CO2-Preis. In Erwartung einer steigende Nachfrage deckten sich Anleger mit Emissionszertifikaten ein. Die von der EU ausgegebenen Papiere legten deshalb zunächst zu und erreichten mit 31,30 Euro je Tonne ausgestoßenes CO2 den höchsten Wert seit ihrer Einführung im Jahr 2005. Die Staatengemeinschaft hatte sich zuvor auf ehrgeizigere Klimaschutzziele geeinigt. So soll der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 55 % reduziert werden. Später gab es aber auch hier Gewinnmitnahmen, so dass der Preis abends bei 30,59 Euro mit 1 % im Minus war.Die weiter grassierende Coronavirus-Pandemie und ein drohender harter Bruch zwischen Großbritannien und der EU sorgten bei den europäischen Aktien für Verluste. Der Dax fiel um 1,4 % auf 13 114 Punkte und der Euro Stoxx 50 um 1 % auf 3 486 Zähler. Wegen der Rekord-Infektionszahlen werden die Rufe nach einem harten Lockdown lauter. Ein weiterer Belastungsfaktor war die Euro-Stärke.