AUSBLICK

Unterstützung für Bunds

Sicherheit ist bei Investoren gefragt - ZEW-Index im Blick

Unterstützung für Bunds

Von Kai Johannsen, FrankfurtDie Akteure an den internationalen Finanzmärkten haben in der neuen Handelswoche zweifelsohne das Wahlgeschehen in den USA im Blick. Und dort ist nicht unbedingt mit einer schnellen Rückkehr zur Normalität zu rechnen. Im Gegenteil ist eine Hängepartie durchaus möglich. Das gilt insbesondere dann, wenn Joe Bidens Sieg feststehen und Donald Trump seine Klagen gegen das Ergebnis weiter vorantreiben sollte.Im Fokus haben die Akteure aber auch den neuerlichen Lockdown in vielen Ländern der Welt. Wie scharf die neuerlichen Maßnahmen, die Regierungen rund um den Globus ergreifen, nun die Wirtschaft nochmals abbremsen werden, ist dabei die spannende Frage. Erste Einschätzungen hierzu geben bekanntermaßen Stimmungsindikatoren und damit Umfragen. In der neuen Woche kommt hierzu das Barometer der ZEW-Konjunkturerwartungen. Für November prognostizieren die Volkswirte eine deutliche Eintrübung der Erwartungen. So soll der Index im Mittel der Prognosen von 56,1 auf nunmehr 45 Zähler zurückgehen. Die Experten der Commerzbank lehnen sich noch ein wenig weiter aus dem Fenster, denn sie erwarten, dass das Barometer sogar auf 40 Punkte fallen wird. In der Folgezeit sollten auch andere Stimmungsindikatoren eine Eintrübung aufweisen, ist doch quasi selbstredend davon auszugehen, dass die Pandemiemaßnahmen wiederum eine erhebliche Beeinträchtigung der konjunkturellen Aktivität bedeuten. Die Frage, die sich stellt, ist nur, wie heftig dies die Indikatoren diesmal belasten wird. Spanien an der NulllinieIn dieser Gemengelage wird Sicherheit gefragt sein. Das bietet den Bundesanleihen gute Unterstützung. Somit ist entlang der Kurve der Bundesanleihen einzukalkulieren, dass die Renditen noch weiter zurückgehen. Im zehnjährigen Laufzeitenbereich kommt nun die Marke von minus 0,70 % in Sichtweite. Anleger werden deshalb wohl auch in der Peripherie zugreifen, wodurch es auch bei diesen Staatspapieren zu weiter sinkenden Renditen kommen wird. In Spanien rückt bei den zehnjährigen Staatsbonds die Nulllinie in Griffweite. Am Freitag warf das Papier nur noch eine Rendite im einstelligen Basispunktebereich ab.Weiter beleben sollte sich in den nächsten Handelstagen das Geschäft am europäischen Primärmarkt. Das zeichnete sich bereits zum Wochenausklang ab. Emittenten hatten sich angesichts der Wahl in der abgelaufenen Woche mit neuen Bonds zurückgehalten. Am Freitag trat aber schon wieder HSBC auf. Und mit Clarion gab es auch bereits wieder einen Emittenten eines Sustainability-Bonds. Dieser Trend zu grünen und nachhaltigen Anleihen sollte sich fortsetzen. Im Oktober wurde bei grünen Finanzierungen ein Rekordmonat verzeichnet. Und der Bund setzte zum Auftakt des neuen Monats auch seine Emissionstätigkeit mit grünen Bundeswertpapieren fort und konnte praktisch nahtlos an das fulminante Debüt vom September anknüpfen. Das wird weitere Emittenten ermutigen, auf den Zug von Green und Sustainable aufzuspringen, und so sollten sich Anleger in den nächsten Tagen auf Nachschub an solchen Titeln einstellen.