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Airbus verschiebt Produktionsausbau

Airbus machen angespannte Lieferketten zu schaffen. Der Boeing-Rivale muss daher seinen ambitionierten Plan für den Produktionsausbau nach hinten verschieben.

Airbus verschiebt Produktionsausbau

sck München – Airbus hat ihren ehrgeizigen Plan für den Produktionsausbau der A320-Verkaufsschlagerbaureihe nach hinten verschieben müssen. Zur Vorlage der Jahresbilanz 2022 begründete Konzernchef Guillaume Faury diesen Schritt mit den nach wie vor angespannten Lieferketten. „Die Kurve für den Programmhochlauf im A320-Programm wurde gemeinsam mit den Lieferanten angepasst“, räumte der europäische Boeing-Rivale ein.

Die beabsichtigte Fertigungsrate von 75 Maschinen aus der Kurz- bis Mittelstreckenserie werde statt im Jahr 2025 wohl erst 2026 erreicht. Das Zwischenziel von 65 Stück pro Monat bis Frühjahr 2024 verschiebt sich den Unternehmensangaben zufolge auf Ende 2024.

Schon vor dieser Planungsänderung galt Faurys Vorhaben angesichts der starken Volatilitäten in der Versorgung und Beschaffung auf Seiten der Zulieferer als überambitioniert. In der Branche wurde deshalb spekuliert, dass der Airbus-CEO seinen ursprünglichen Plan so nicht einhalten könne.

Gleichwohl will Faury sukzessive die zuvor gedrosselten Produktionsraten für die Langstreckenmodelle A330 und A350 sukzessive wieder hochfahren. Der CEO verwies als Grund auf die steigende Nachfrage nach den sogenannten Widebody-Flugzeugen in einer sich von der Corona-Pandemie erholenden Luftfahrtbranche.

Für 2023 peilt die Konzernspitze an, insgesamt 720 (+9 %) Verkehrsflugzeuge an die Fluggesellschaften auszuliefern. Das sind so viele, wie Faury ursprünglich im Jahr 2022 vorgesehen hatte. Airbus konnte allerdings wegen der Lieferkettenprobleme nur 661 (2021: 611) Maschinen an ihre Kunden übergeben. Davon entfielen nahezu vier Fünftel auf die A320-Serie. „Unsere Lieferkette konnte sich aufgrund des widrigen Geschäftsumfelds nicht so schnell erholen wie erwartet“, sagte Faury. Beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit, bereinigt) hat er im laufenden Jahr rund 6 Mrd. Euro im Visier. Das wäre ein Zuwachs von 7 %.

Den freien Cashflow (vor Fusionen, Übernahmen und Kundenfinanzierungen) kalkuliert Airbus mit 3 Mrd. Euro. Das wäre ein Rückgang von 36 % oder fast 1,7 Mrd. Euro. Der Produktionshochlauf belastet das Working Capital. Hinzu kommen ungünstigere Wechselkursrelationen aufgrund der jüngsten Turbulenzen an den Devisenmärkten. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr steigerte der Konzern seinen freien Cashflow um ein Drittel oder 1,2 Mrd. Euro auf 4,7 Mrd. Euro (vgl. Tabelle). Airbus erwirtschaftete damit rund 200 Mill. Euro mehr als erwartet. Ende Oktober vorigen Jahres erhöhte die Konzernführung die Prognose für den freien Cashflow um 1 Mrd. auf 4,5 Mrd. Euro. Das Management begründete das seinerzeit u.a. mit einem erstarkten Dollar (vgl. BZ vom 28.10.2022).

Sowohl die solide Prognose als auch die robusten Bilanz- und Erfolgszahlen 2022 fanden bei den Anlegern Anklang. Die Aktie von Airbus gewann in der Spitze 4,9 % auf 124,88 Euro an Wert. Das markierte den Xetra-Schlusskurs. Der Titel führte damit den Dax an. Die US-Investmentbank J.P. Morgan bekräftigte ihre Empfehlung für den Titel bei „Overweight“ mit einem Kursziel von 160 Euro. Die Zahlen des Jahresschlussquartals 2022 seien besser ausgefallen als erwartet, begründeten die Analysten des Instituts ihre Einschätzung.

Im vergangenen Jahr steigerte Airbus den Konzernumsatz um 13 % auf 58,8 Mrd. Euro. Größter Erlösbringer war die Sparte Verkehrsflugzeuge mit 41,4 Mrd. Euro (+15 %), gefolgt von Verteidigung und Raumfahrt (+11 % auf 11,3 Mrd. Euro) und Hubschrauber (+8 % auf 7 Mrd. Euro). Auch beim operativen Gewinn (Ebit bereinigt) dominierte das Geschäft mit Verkehrsflugzeugen. Der größte Konzernbereich trug mit erzielten 4,6 (i.V. 3,6) Mrd. Euro 82 (73)% zum bereinigten Konzern-Ebit bei. Die Hubschraubersparte erreichte 639 Mill. Euro (+19 %). Lediglich das Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft verbuchte einen Ergebniseinbruch von 45 % auf 384 Mill. Euro. Ursachen hierfür waren u.a. Mehrkosten für das Transportfliegerprogramm A400M und der Verlust von zwei Satelliten.

Vor Steuern verdiente Airbus fast unverändert 5,3 Mrd. Euro. Nach Steuern blieben 4,25 (4,21) Mrd. Euro (auf die Anteilseigner entfallend) hängen. Der Board of Directors schlägt vor, die Dividende je Aktie für 2022 auf 1,80 Euro zu erhöhen – 30 Cent oder 20 % mehr als zuvor. Die an die Anteilseigner auszuschüttende Dividendensumme von 1,4 (1,2) Mrd. Euro entspricht 33 (29) % des erwirtschafteten Konzernüberschusses.

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