Online-Modehändler

Barchewitz CEO von Global Fashion – Schmidt geht

Mit dem Abgang von Co-CEO Patrick Schmidt avanciert Christoph Barchewitz zum alleinigen Chef des Online-Modehändlers Global Fashion. Gunjan Soni steigt zum Chief Operating Officer auf.

Barchewitz CEO von Global Fashion – Schmidt geht

Von Helmut Kipp, Frankfurt

Der Online-Modehändler Global Fashion formiert seine Managementspitze neu. Co-CEO Patrick Schmidt verlässt das auf Schwellenländer ausgerichtete Unternehmen. Infolge des Rücktritts fungiert Co-Chef Christoph Barchewitz vom 1. März an als alleiniger CEO. Neu ins Management Board kommt Gunjan Soni, die zum Chief Operating Officer (COO) aufsteigt. Sie bleibt Chefin des Südostasiengeschäfts.

Schmidt arbeitet seit zehn Jahren für Global Fashion und steht seit fünf Jahren mit Barchewitz an der Firmenspitze. Er wolle mehr Zeit mit seiner jungen Familie verbringen und sich auf seine Investitionen in erneuerbare Energien konzentrieren, teilt Global Fashion mit. Schmidt ist am Berliner Solar-Start-up Zolar beteiligt und Board-Chairman des Unternehmens. Der Stellenwert der Familie wird in seinem Linkedin-Profil deutlich: Dort beschreibt er seine Rollen mit „Vater, Ehemann, CEO, Chairman, Investor“ – in dieser Reihenfolge.

Schmidt habe eine Schlüsselrolle beim Aufbau von Global Fashion gespielt, heißt es. Als CEO für Australien/Neuseeland habe er „The Iconic“ zum führenden Mode-E-Commerce-Unternehmen in der Region gemacht und als Interim-CEO von Zalora den Turnaround in Südostasien auf den Weg gebracht. Im Februar 2018 stieg er zum Co-CEO auf und führte das in Luxemburg ansässige Unternehmen zusammen mit Barchewitz im Sommer 2019 in Deutschland an die Börse. Das IPO geriet allerdings zum Desaster. Die Großaktionäre Kinnevik und Rocket Internet retteten das Projekt, indem sie in großem Stil Aktien zeichneten. Der Ausgabepreis lag deutlich unter der angesetzten Preisspanne, und an der Börse stürzte der Kurs ab. Es folgten ein kometenhafter Kursanstieg im Zuge der Corona-Pandemie und eine abermalige Talfahrt.

Als CEO werde Barchewitz für die Geschäftsführung in allen drei Geschäftsregionen verantwortlich sein und die strategische und operative Entwicklung überwachen, teilt Global Fashion weiter mit. Neben Südostasien und Australien/Neuseeland ist die Gruppe in Südamerika tätig. Aus dem ehemals wichtigen russischen Markt hat sich Global Fashion infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine zurückgezogen. Das Geschäft in Russland, Kasachstan und Belarus wurde an den Mode-Einzelhandelsinvestor Iakov Panchenko verkauft.

Die neue COO Soni soll sich vor allem der Technologie widmen. Sie kam 2019 zu Global Fashion. Der künftige CEO Barchewitz wechselte vom Großaktionär Kinnevik zu Global Fashion. Bei der schwedischen Beteiligungsgesellschaft war er seit März 2014 für Investments zuständig, darunter Zalando und Global Fashion. Kinnevik hält nach jüngsten Angaben 36% an Global Fashion.

Vorher arbeitete Barchewitz knapp sieben Jahre für die US-Investmentbank Goldman Sachs. Seine Karriere begann er als Consultant bei Solon Management in München. Schmidt hatte vor seinem Wechsel zu Global Fashion Groupon Australia gegründet. Seine Berufslaufbahn startete er als Strategieberater bei Boston Consulting.

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