Feinchemie

DSM lässt sich mit Prognose Zeit

Der Feinchemiekonzern DSM will erst nach Abschluss der Fusion mit dem Aromenanbieter Firmenich eine Vorhersage wagen. Aktuell belasten hohe Rohstoffkosten und teils sinkende Vitaminpreise.

DSM lässt sich mit Prognose Zeit

swa Frankfurt – Der niederländische Feinchemiekonzern DSM hat im Geschäftsjahr 2022 höhere Energie- und Rohstoffkosten nicht vollständig an die Kunden weitergeben können. Der Umsatz kam im fortgeführten Geschäft dank Preissteigerungen von 7 % und ebenso hohen positiven Wechselkurseffekten um 15 % auf 8,4 Mrd. Euro voran. Das bereinigte operative Ergebnis Ebitda stieg deutlich unterproportional um 1 % auf 1,4 Mrd. Euro, so dass die Marge von 19,0 % auf 16,6 % schrumpfte.

Das CEO-Duo Geraldine Matchett und Dimitri de Vreeze bescheinigen dem Konzern dennoch eine solide Entwicklung in einem schwierigen Markt. Im Schlussquartal 2022 habe DSM eine stabile Nachfrage gespürt bei allerdings hohen Rohstoffkosten und sinkenden Preisen für einige Vitamine. Gebremst habe auch der Lagerabbau im Kundenkreis. Dieses Szenario habe sich im Turnus 2023 fortgesetzt. Das Management sei bestrebt, sukzessive über Preisanpassungen entgegenzusteuern und Kosten zu senken. Die Aktie legte in den ersten Handelsstunden 3,5 % zu.

Das Management bestätigt die mittelfristigen Ziele, wagt aber keine Prognose für 2023. Einen Ausblick will DSM  geben, wenn der Zusammenschluss mit dem Schweizer Aromen- und Duftstoffhersteller Firmenich unter Dach und Fach ist. Die DSM-Aktionäre haben der Fusion jüngst in einer außerordentlichen Hauptversammlung am 23. Januar zugestimmt. Der Aktientausch soll nach früheren Angaben spätestens am 11. April 2023 vollzogen sein.

Im Zuge des Konzernumbaus und der Fokussierung auf Gesundheit, Ernährung und Bioscience hat sich DSM von traditionellen Aktivitäten getrennt. Das Fasergeschäft (Protective Materials) ging an den US-amerikanischen Spezialpolymeranbieter Avient. Aus der Transaktion zog DSM einen Cash-Erlös von 1,36 Mrd. Euro und einen Buch­gewinn von gut 1 Mrd. Euro. Der Chemiekonzern Lanxess und der Finanzinvestor Advent übernehmen die Kunststoffsparte (Engineering Materials) für einen Unter­nehmenswert von 3,85 Mrd. Euro. Hier rechnet DSM mit Erlösen von 3,5 Mrd. Euro. Der Deal soll spätestens Anfang April abgeschlossen werden.

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