Konjunktur

US-Einfuhrpreise geben weiter nach

Einfuhren in die USA haben sich im Januar weiter verbilligt und liefern ein willkommenes Signal für nachlassenden Preisdruck. Gleichzeitig wächst die Gefahr einer Rezession. Dennoch denken einige Fed-Gouverneure wieder über aggressivere Zinsschritte nach.

US-Einfuhrpreise geben weiter nach

det Washington

Einfuhren in die USA haben sich im Januar weiter verbilligt und liefern nach einer Serie von Daten, die auf hartnäckig hohe Inflation hindeuten, einen willkommenen Hinweis für nachlassenden Preisdruck. Wie das Bureau of Labor Statistics (BLS) des Arbeitsministeriums berichtete, gaben die Importpreise 0,2% nach einem Rückgang um 0,1% im Dezember nach. Ein Anstieg der Monatsrate war zuletzt im Juni 2022 gemessen worden.

Entscheidend für den Rückgang waren Preissenkungen bei Benzin und anderen Treibstoffen. Dem gegenüber standen höhere Kosten für Lebensmittel, Autos, Investitions- und Konsumgüter. Ohne Berücksichtigung von Energieprodukten stiegen die Einfuhrpreise im Monatsvergleich um 0,3%. Auf nachlassenden Inflationsdruck deutet auch die Jahresrate von 0,8% hin. Ein niedrigerer Wert war zuletzt in der Zeitspanne von Dezember 2019 bis Dezember 2020 erfasst worden. Im Dezember hatte die revidierte Jahresrate bei 3,0% gelegen.

Während die Notenbank ihren Fokus zuletzt vorwiegend auf Inflationsindikatoren gerichtet hat, unterstreicht der Index der Frühindikatoren (LEI) des Forschungsinstituts Conference Board, dass die Gefahr einer Rezession noch keineswegs gebannt ist. Der LEI gab im Januar um 0,3% auf 110,3 Punkte nach. Im Dezember war ein Minus von 0,8% gemessen worden. Schwäche zeigten die Neuaufträge im verarbeitenden Gewerbe und die Erwartungen der Verbraucher, die das geschäftliche Umfeld überwiegend negativ einschätzen.

Starker Jobmarkt hilft

Zu dem Rückgang trugen auch die strikteren Finanzierungskonditionen bei. Die negativen Komponenten wurden teilweise durch Stärke am Arbeitsmarkt aufgefangen. Ataman Ozyildirim, Ökonomin beim Conference Board, erwartet „wegen hoher Inflation, steigender Zinsen und einer Kontraktion der Verbraucherausgaben, dass die Wirtschaft im laufenden Jahr in eine Rezession abgleiten wird“.

Unterdessen haben der stärker als erwartete Anstieg der US-Verbraucherpreise und andere Daten, die in den vergangenen Wochen auf hartnäckig hohe Inflation hindeuten, Rufe nach einer erneuten Kursverschärfung seitens der Fed laut werden lassen. „Ich sah ein überzeugendes Argument dafür, bei unserer letzten Sitzung vor zwei Wochen den Leitzins um 50 Basispunkte anzuheben“, sagte Loretta Mester, die Präsidentin der Federal Reserve Bank von Cleveland.

Zwar habe die Notenbank einen weiten Weg zurückgelegt, um den Übergang zu meistern von einer „sehr akkommodierenden geldpolitischen Position hin zu einer restriktiven Haltung“. Gleichwohl müsse noch mehr getan werden, so Mester. Zu dem Umfang eines Zinsschritts bei der Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) am 21. und 22. März wollte sie sich nicht äußern, betonte aber, dass es wichtig sei, die Erwartungen der Marktteilnehmer zu berücksichtigen.

„Es ist nicht klug, die Märkte zu überraschen“, und diese hätten Anfang des Monats keine Anhebung um 0,5 Prozentpunkte erwartet. Zuvor hatte Tom Barkin, Präsident des Fed-Ablegers in Richmond, gesagt, dass „die Inflation hartnäckiger sein könnte“ als allgemein erwartet. Deswegen könne es notwendig sein, Zinserhöhungen länger fortzusetzen und auf einen höheren Satz als 5,1% hochzuschrauben. Diesen prognostizierten Durchschnittswert für 2023 hatte im Dezember die Dot-Plot-Grafik des FOMC ergeben.

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