Corona-Pandemie

Chinas Industrie steckt im Stimmungstief

Chinas Industrie zeigt sich von den Auswirkungen der Pandemie stark gebremst. Allerdings sollte Chinas Wechsel in der Coronapolitik für eine baldige Stimmungsaufhellung sorgen.

Chinas Industrie steckt im Stimmungstief

nh Schanghai

Im gegenwärtig von einer schweren Corona-Ansteckungswelle erfassten China verdichten sich die Anzeichen für eine weitere Aktivitätseintrübung im verarbeitenden Gewerbe. Der am Dienstag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex Caixin China Manufacturing Purchasing Managers Index (PMI) zeigt für Dezember einen Rückgang von 49,4 auf 49 Punkte und damit einen weiteren Dynamikverlust im Indus­triesektor auf.

Werte unter der sogenannten Ex­pansionsschwelle bei 50 Punkten deuten auf einen Rückgang des chinesischen Industrieoutputs im Vergleich zum vorangegangenen Monat hin. Der Caixin Manufacturing PMI ist den fünften Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle ge­blieben. Dies reflektiert eine anhaltende Be­lastung der chinesischen Wirtschaft, die im Herbst zunächst vor allem durch verschärfte pandemische Kontrollmaßnahmen entstanden war, nun aber vor allem auf einer tatsächlichen Infektionswelle be­ruht. Im Zuge des plötzlichen Ab­baus von Corona-Res­triktionen und Testmechanismen seitens der Regierung ist es im Dezember zu einer rasanten Ansteckungsverbreitung ge­kommen.

Die offizielle Einkaufsmanager­erhebung für den Industriesektor des Pekinger Statistikbüros hatte für Dezember noch schlechtere Werte als der Caixin Index ausgewiesen. Hier sah man einen scharfen Rückgang von 48 auf 47 Punkte und damit auf den niedrigsten Indexstand seit dem ursprünglichen Pandemieausbruch in China im Februar 2020. Analysten gehen davon, dass Chinas Wirtschaftsaktivität durch die nun losgetretene Ansteckungswelle in den Wintermonaten weiter belastet wird, rechnen aber mit einer baldigen Stimmungsaufhellung wegen der mit einem Wegfall von Corona-Restriktionen verbundenen Erholungschancen für die Produktion und Konsumentfaltung in China.