Coronahilfen treiben Staatsschulden auch 2021
Reuters Frankfurt
Der Schuldenberg Deutschlands ist auch im zweiten Coronajahr gewachsen – wenn auch in etwas geringerem Tempo als 2020. Nach Berechnungen der Bundesbank nahm die Staatsschuld 2021 um 162 Mrd. Euro auf 2,476 Bill. Euro zu. Haupttreiber waren die staatlichen Coronahilfen.
Die Schuldenquote – also das Verhältnis der Schulden zur gesamten nominalen Wirtschaftsleistung – stieg nach vorläufigen Angaben binnen Jahresfrist um 0,6 Punkte auf 69,3%. Damit überschritt Deutschland zum zweiten Mal in Folge die in den europäischen Verträgen von Maastricht vereinbarte Höchstmarke von 60%.
In den Jahren vor der Pandemie war die Schuldenquote sieben Jahre in Folge gesunken. 2019 hatte Deutschland mit – nach neuesten Berechnungen – 58,9% erstmals seit 2002 wieder die Marke von 60% unterschritten. Die bisher höchste Schuldenquote wies Deutschland 2010 mit 82% aus. Damals hatte der Bund in der Wirtschafts- und Finanzkrise unter anderem Milliarden in die Rettung von Banken gesteckt.
Im vergangenen Jahr gaben Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 132,5 Mrd. Euro mehr aus, als sie einnahmen. Damit stand laut Destatis einschließlich aller Extrahaushalte Ende 2021 in den öffentlichen Haushalten ein Minus von 2319,8 Mrd. Euro zu Buche. Das sind 6,8% oder 146,9 Mrd. Euro mehr als Ende 2020, „was insbesondere beim Bund, aber auch bei einigen Ländern weiterhin auf Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie zurückzuführen ist“, hieß es bei Destatis. Die Summe entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 27906 Euro.