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ESM sieht auch nicht genutzte Covid-Kreditlinie positiv

Bis zu 240 Mrd. Euro an billigen Krediten stellte der ESM zur Bekämpfung der Coronakrise bereit. Bis heute wollte niemand das Geld haben. Dennoch zieht der Euro-Rettungsfonds eine positive Zwischenbilanz: Das Geld habe zur Marktberuhigung beigetragen.

ESM sieht auch nicht genutzte Covid-Kreditlinie positiv

ahe Brüssel

Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) hat ein positives Zwischenfazit seiner vor gut einem Jahr eingerichteten Kreditlinie für besonders von der Pandemie getroffene Staaten gezogen – obwohl die Kredite bislang von keinem Land in Anspruch genommen wurden. Investoren und andere Marktteilnehmer hätten die Vorteile der Kreditlinie erkannt, erklärte Managing Director Klaus Regling. „Seine Existenz hat als sehr wirksamer Schutzwall gedient, der die Märkte beruhigt und dazu beiträgt, die Finanzstabilität des Euro-Währungsgebiets zu stärken“, heißt es im neuen Jahresbericht des Euro-Rettungsfonds. Der ESM habe geholfen, dass aus der Gesundheits- nicht auch noch eine Finanzkrise werde, betonte Regling bei der Vorstellung des Berichts in Luxemburg.

Der Pandemic Crisis Support des ESM hat ein Volumen von bis zu 240 Mrd. Euro. Die äußerst zinsgünstigen Kredite können theoretisch noch bis Ende 2022 in Anspruch genommen werden.

Regling zeigte sich optimistisch, dass die Ratifizierung des geänderten ESM-Vertrags durch die 19 Euro-Staaten rechtzeitig bis Jahresende abgeschlossen wird und damit auch der Backstop für den Bankenabwicklungsfonds SRF Anfang 2022 startklar sein wird. Bislang hat mit der Slowakei ein Land schon komplett grünes Licht für die Reform gegeben. In Deutschland hat der Bundestag bereits zugestimmt. Der Bundesrat soll noch vor der Sommerpause folgen.

Im Zuge der aktuellen wirtschaftlichen Erholung sollte eine weitere Vertiefung der Währungsunion nach den Worten Reglings nicht vergessen werden. Die Eurozone müsse besser auf künftige Krisen und externe Schocks vorbereitet werden. „Mehr Risikoteilung innerhalb des Euroraums bleibt ein übergeordnetes Ziel“, hieß es im ESM-Bericht.