Energiepreisschock

Frankreich will Firmen besser schützen

Nachdem Frankreich bereits Ende 2021 eine Deckelung der Energiepreise für Privathaushalte eingeführt hat, denkt die Regierung nun über Maßnahmen zum Schutz von Unternehmen und Kommunen nach.

Frankreich will Firmen besser schützen

wü Paris

Frankreichs Regierung denkt über neue Maßnahmen als Alternative zu einer europäischen Lösung nach, um Unternehmen und Gebietskörperschaften vor den Folgen des starken Anstiegs der Energiepreise zu schützen. Denn bisher sehe es nicht danach aus, dass die französischen Erwartungen beim EU-Gipfel erfüllt würden, heißt es in Paris. So unterstützt Frankreich eine europaweite Preisdeckelung von Gas, das zur Erzeugung von Strom genutzt wird, einen Mechanismus, um die Preise von Strom und Gas besser voneinander zu lösen, so Präsident Emmanuel Macron. Das jedoch lehnt Deutschland ab.

Frankreich hatte bereits Ende 2021 einen Preisdeckel für Energie eingeführt, der auch 2023 fortgesetzt werden soll. Dann soll der Anstieg der Energiepreise auf 15% begrenzt werden. Allerdings profitieren davon bisher nur Haushalte – ab 2023 dann auch kleine Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern und einem Umsatz, der niedriger als 2 Mill. Euro pro Jahr ist. Gebietskörperschaften und größere Unternehmen kommen dagegen nicht in den Genuss und sind deshalb dem Anstieg der Energiepreise voll ausgesetzt. Vor allem diejenigen, die ihre Verträge Anfang nächsten Jahres erneuern müssen. Nach Angaben von France Industrie mussten einige Unternehmen deshalb bereits so wie Arc oder Metex Produktionslinien stoppen. Der Verband fürchtet, dass die Wettbewerbsfähigkeit französischer Unternehmen leiden wird.

Große Unternehmen und Gebietskörperschaften müssten vor dem starken Anstieg der Energiepreise geschützt werden, fordern französische Politiker. Es müsse auch eine Energiepreisdeckelung für Gebietskörperschaften geben, sagt Gérard Larcher, der Vorsitzende des Senats. Viele Bürgermeister hätten inzwischen Schwierigkeiten. Einige Stimmen in Paris plädieren nun dafür, für Gebietskörperschaften und Unternehmen ab einem bestimmten Preis einen Teil der Energierechnung zu übernehmen und dies zumindest zum Teil mit den Einnahmen aus der von Brüssel initiierten Abschöpfung von Übergewinnen an den Energiemärkten zu finanzieren. Diese werden in Frankreich auf 7 Mrd. Euro geschätzt, die Kosten eines solchen Hilfsmechanismus dagegen auf 13 bis 15 Mrd. Euro. Wie hoch sie genau ausfallen werden, wird jedoch davon abhängen, wie sich die Energiepreise entwickeln werden. Um die Kosten im Griff zu behalten, befürwortet das Wirtschaftsministerium auf einzelne Unternehmen zugeschnittene Lösungen.

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