Großbritannien

Hunt nennt Steuersenkungen „unwahrscheinlich“

Der britische Schatzkanzler Jeremy Hunt hat nicht vor, bei Vorlage seines Haushalts mit Steuergeschenken aufzuwarten. Die angestrebte Halbierung der Inflation sei die größte Steuersenkung, sagt er.

Hunt nennt Steuersenkungen „unwahrscheinlich“

hip London

Der britische Schatzkanzler Jeremy Hunt hat es als „unwahrscheinlich“ bezeichnet, dass er für seinen Haushaltsentwurf ausreichend Spielraum für wesentliche Steuersenkungen haben wird. Nachdem Premierminister Rishi Sunak bereits zu Jahresbeginn fünf Versprechen abgegeben hatte, stellte Hunt in der Londoner Bloomberg-Zentrale die vier Säulen vor, auf denen seine Wachstumsstrategie für die britische Volkswirtschaft beruhe. Er nannte sie die vier „E“s: Unternehmertum (Enterprise), Bildung (Education), Beschäftigung (Em­ployment) und das allerorten (Every­where). Der Druck aus der eigenen Partei wächst, das eine oder andere Steuergeschenk in den Haushalt zu packen. Doch Hunt wiegelte ab: „Die größte Steuersenkung, die wir den Menschen in Großbritannien geben können, ist, die Inflation zu halbieren“, sagte er.

Das Institute of Directors (IoD) legte ihm nahe, doch ein fünftes „E“ mit dazuzunehmen: inhaltsleer (Empty). Denn er habe keine konkreten Pläne vorgelegt.

Unternehmen müssen sich auf höhere Steuern einstellen. Denn Hunt hat weiterhin vor, die Körperschaftsteuer am 1. April von derzeit 19 % auf 25 % zu erhöhen. Die von Sunak in seiner Zeit als Schatzkanzler eingeführte „Super-Deduction“ läuft Ende März aus. Bis dahin können Unternehmen 130% der Anschaffungskosten bestimmter Investitionsgüter vom zu versteuernden Gewinn abziehen.

Unterdessen bemängelte der britische Rechnungshof einen „Mangel an angemessener Governance, Aufsicht und Kontrolle“ bei der UK Health Security Agency. Das Gesundheitsministerium musste deshalb knapp 15 Mrd. Pfund auf Masken und andere Artikel abschreiben. Allein die weitere Lagerung und Entsorgung von überschüssigem und nicht benutzbarem Material wird nach Schätzungen des Ministeriums 319 Mill. Pfund kosten.