Einkaufsmanagerindex

Japans Wirtschaft trotzt dem Launeabbruch

In fast allen größeren Volkswirtschaften der Welt hat sich die Unternehmensstimmung im Juli eingetrübt. Japan tanzt mit einem im Monatsvergleich unveränderten Einkaufsmanagerindex aus der Reihe.

Japans Wirtschaft trotzt dem Launeabbruch

Japans Wirtschaft trotzt
dem Launeabbruch

Einkaufsmanagerindex in USA und Großbritannien gibt nach

ba Frankfurt

In fast allen größeren Volkswirtschaften der Welt hat sich die Unternehmensstimmung im Juli eingetrübt. Als Ausnahme erwies sich Japan – hier verharrte der von S&P Global erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) Composite, der die Industrie und die Dienstleister zusammenfasst, bei 52,1 Punkten. Werte oberhalb der neutralen Marke von 50 Punkten signalisieren wirtschaftliche Expansion. Ausschlaggebend für den siebten Wachstumsmonat in Folge war laut S&P „eine anhaltende und solide Verbesserung bei japanischen Dienstleistungsunternehmen, während das verarbeitende Gewerbe einen etwas geringeren Abschwung zu Beginn des dritten Quartals meldete“.

Für die US-Wirtschaft signalisiert der Rückgang des Composite PMI um 1,2 auf 52 Punkte das schwächste Expansionstempo seit fünf Monaten. Als Wachstumstreiber erwies sich erneut der Dienstleistungssektor. Der Indikator für die Geschäftserwartungen sank auf den niedrigsten Stand in diesem Jahr. Der Juli sei geprägt „von einer unerwünschten Kombination aus langsamerem Wirtschaftswachstum, schwächerer Arbeitsplatzschaffung, schlechterem Unternehmervertrauen und einer hartnäckigen Inflation“, kommentierte S&P-Chefökonom Chris Williamson. Der Composite PMI entspreche einer annualisierten Wachstumsrate von 1,5% – und die Stimmungseintrübung erhöhe das Risiko, dass die US-Wirtschaft noch vor Jahresende in einen weiteren Abschwung geraten könnte.

Der PMI für die britische Wirtschaft sank um 2,1 auf 50,7 Punkte, das ist der tiefste Stand seit Januar. Sowohl der Indikator für die Dienstleister als auch der für die Industrie gab nach. „Steigende Zinssätze und höhere Lebenshaltungskosten scheinen die Haushalte stärker zu belasten und dämpfen den Aufschwung bei den Ausgaben für Freizeitaktivitäten nach der Pandemie“, kommentierte Williamson. Vorausschauende Indikatoren wie Auftragseingänge und die Geschäftserwartungen deuteten auf eine weitere Wachstumsabschwächung in den kommenden Monaten hin, was das Risiko eines Schrumpfens im dritten Quartal erhöhe.

In Australien wiederum ist der Composite PMI um 1,8 auf 48,3 Punkte und damit zum ersten Mal seit einem halben Jahr unter die Expansionsschwelle gefallen. Dabei gab das Barometer der Dienstleister um 2,3 auf 48,0 Zähler nach, wohingegen der Index für das verarbeitende Gewerbe von 48,2 auf 49,6 Punkte zulegte.