EZB Consumer Survey

Konsumenten im Euroraum zweifeln zusehends am Aufschwung

DIe EZB-Verbraucherumfrage zeigt eine stabil niedrige Inflationserwartung, zugleich aber steigt die Konjunkturskepsis. Eine gute Vorlage für eine frühzeitige Zinssenkung?

Konsumenten im Euroraum zweifeln zusehends am Aufschwung

Euro-Verbraucher zweifeln zusehends am Aufschwung

Preiserwartungen stabil – Konsumentenumfrage der EZB

lz Frankfurt

Die Erwartungen der privaten Haushalte zur Entwicklung von Konjunktur, Preisen und Arbeitsmarkt sind nach einer Umfrage der EZB unter 19.000 europäischen Verbrauchern gegenüber dem Vormonat weitgehend gleichgeblieben, doch die negativen Tendenzen und Signale haben in den meisten Sektoren zugenommen. Vor allem die Erwartungen hinsichtlich des Einkommens- und des Wirtschaftswachstums sind gesunken und es wird zudem eine wieder höhere Arbeitslosenquote unterstellt. Zugleich wird mit höheren Immobilienpreisen gerechnet.

Was die Preisentwicklung angeht, so zeigen sich die Konsumenten der Umfrage zufolge recht entspannt. Die Medianrate der wahrgenommenen Inflation in den letzten zwölf Monaten blieb mit 3,1% unverändert, berichtet die EZB. Und in den nächsten zwölf Monaten gehen die Konsumenten weiterhin von einer Teuerung von 2,6% aus. Diese Stabilität in der Wahrnehmung hilft der EZB in der Beurteilung für ihre Geldpolitik. Denn die Inflationserwartungen sind eine zentrale Größe für anstehende Zinsentscheidungen. Vor diesem Hintergrund dürfte eine Zinssenkung eher leichter fallen.

Die tendenziell negative konjunkturelle Einschätzung der Verbraucher dürfte ebenfalls für weiter zurückgehende Preise sorgen, sofern externe Einflussfaktoren wie Energiepreise ausgeblendet werden. Gleichwohl sind die sich eintrübenden Konjunkturerwartungen problematisch für den Euroraum, weil die daraus hervorgehenden Effekte in eine Negativspirale münden können. Auch das könnte nun für eine frühere Zinssenkung sprechen.

Die Erwartungen für das Wachstum in den nächsten zwölf Monaten sanken von -1,0% im Juni auf -1,2% im Juli. Die für die Arbeitslosenquote erhöhten sich von 10,3 auf 10,6%. Allerdings interpretiert die EZB das als „stabile Arbeitsmarktprognose“, zumal Arbeitslose angeben, zuversichtlicher geworden zu sein, einen Job zu finden. Zugleich erwarten die Verbraucher einen Anstieg der Preise für Wohnimmobilien von 3,1 auf 3,3%, und gehen ferner davon aus, dass sich die Kreditbedingungen verschlechtern und Banken vorsichtiger agieren.