Unternehmenskultur

Mitbestimmung macht Betriebe nachhaltiger

Mitbestimmung macht Betriebe nachhaltiger. Zu diesem Ergebnis kommt eine Datenanalyse der Hans-Böckler-Stiftung. Für die Forschenden ist das ein Beleg, dass die grüne Transformation einer sozial nachhaltig ausgerichteten Unternehmenspolitik nicht widerspricht.

Mitbestimmung macht Betriebe nachhaltiger

Betriebe mit starker Mitbestimmung sind nachhaltiger

ast Frankfurt

Unternehmen mit einer starken Mitbestimmung durch die Arbeitnehmer agieren in der Regel nachhaltiger als vergleichbare Betriebe. Das geht aus einer Datenanalyse hervor, die die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung mit Daten aus mehr als 200 Unternehmen durchgeführt hat. Demzufolge tun diese Betriebe mehr, um Emissionen zu reduzieren und Ressourcen zu schonen. Sie setzen zudem häufiger umweltfreundliche Innovationen um, kontrollieren die Einhaltung von Menschenrechten in den Lieferketten stärker und bieten allgemein bessere Arbeitsbedingungen.

Ein durchschnittliches Unternehmen mit starker Mitbestimmung der Beschäftigten im Aufsichtsrat hat der Hans-Böckler-Studie zufolge einen um 18,9 Prozentpunkte höheren Nachhaltigkeitsscore als ein vergleichbares Unternehmen mit weniger Mitbestimmung. "Das entspricht in einem standardisierten Modell einem Vorsprung von mehr als einem Fünftel in Hinblick auf die ESG-Bewertung", schreiben die Forscher.

„Die Mitbestimmung ist damit Teil der Transformation der Unternehmen in Richtung eines sozial-ökologischen Wirtschaftens“, erklärte Studienleiter Robert Scholz vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Dass Unternehmen mit starker Mitbestimmung dabei in fast allen Nachhaltigkeits-Kategorien ein besseres Ergebnis erreichen, „ist ein Beleg dafür, dass die ökologische Transformation einer sozial nachhaltig ausgerichteten Unternehmenspolitik nicht widerspricht“, konstatiert der Wissenschaftler, dessen Erhebung von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert wurde. 

Ob und wie stark Mitbestimmung in den untersuchten Unternehmen verankert ist, bestimmt Scholz über den am WZB entwickelten Mitbestimmungsindex (MB-ix). Dieser verzeichnet unter anderem, wie viele Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat und dessen Ausschüssen sitzen, wie stark die formellen Einflussmöglichkeiten des Kontrollorgans sind oder ob es einen Europäischen Betriebsrat gibt.

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