Deutsche Industrieproduktion geht zurück

Noch keine Entwarnung für die Euro-Konjunktur

Die Industrieproduktion im Euroraum ist im August gegenüber Juli 2025 um 1,2 Prozent und damit weniger als erwartet gesunken. Deutschland hat mit –5,2 Prozent den stärksten Rückgang zu verzeichnen.

Noch keine Entwarnung für die Euro-Konjunktur

Industrieproduktion sinkt leicht

nb Frankfurt

Die Industrieproduktion im Euroraum ist im August gegenüber Juli 2025 um 1,2% und damit weniger als erwartet gesunken, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Rückgang von 1,6% gerechnet. Im Juli war die Produktion noch um 0,5% angestiegen, nachdem zunächst ein Anstieg um 0,3% ermittelt worden war.

Den stärksten Rückgang der Eurozone hat Deutschland zu verzeichnen: Die Industrieproduktion ist hier im August um 5,2% zurückgegangen, gefolgt von Griechenland (–4,5%) und Österreich (–3,1%). Die Daten des europäischen Statistikamts bestätigen damit die Meldung von Destatis, das für August ein Produktionsminus von Industrie, Bau und Energieversorgern von 4,3% meldete. Auch wenn die Daten durch Werksferien verzerrt sind, halten Ökonomen ein Schrumpfen der Wirtschaft im dritten Quartal für immer wahrscheinlicher. „Die Industrieproduktion fällt auf den niedrigsten Stand seit der Corona-Pandemie“, mahnt DIHK-Konjunkturexperte Jupp Zenzen.

Die Produktion in der Eurozone sank zum Vormonat in fast allen Industriesektoren. Besonders deutlich war der Rückgang bei Investitionsgütern und langlebigen Konsumgütern. Die höchsten Anstiege der Industrieproduktion wurden in Irland (+9,8%), Luxemburg (+4,8%) und Schweden (+3,6%) registriert. Im Jahresvergleich stieg die Industrieproduktion im August 2025 sowohl im Euroraum als auch in der EU um 1,1%. Volkswirte hatten hier hingegen eine Stagnation erwartet. Der Anstieg hier ist vor allem durch Verbrauchsgüter getrieben, die in der Eurozone um 8,2% zulegte.