Investitionsgipfel im Kanzleramt

Unternehmen versprechen 631 Mrd. für den Standort Deutschland

Bundeskanzler Merz sucht für einen Weg aus der langen Wachstumsschwäche den Schulterschluss mit der Wirtschaft. „Deutschland ist zurück“, sagte er nach einem Treffen mit Topmanagern.

Unternehmen versprechen 631 Mrd. für den Standort Deutschland

Unternehmer versprechen 631 Mrd. Euro

Merz: Größte Investitionsinitiative seit Jahrzehnten – Siemens-Chef trommelt für KI

ahe Berlin

Nach jahrelangen Warnungen vor einer Deindustrialisierung entdecken deutsche Unternehmen wieder die Vorzüge des heimischen Standorts. 61 der großen Konzerne, die sich in der branchenübergreifenden Initiative „Made for Germany“ zusammengeschlossen haben, kündigten am Montag bis 2028 Investitionen von 631 Mrd. Euro an. „Deutschland ist ein attraktiver Standort für Unternehmen, und auch internationale Kapitalgeber glauben fest an die Zukunftsfähigkeit des Landes“, erklärte die Initiative.

Welcher Anteil dieser Summe neue und noch nicht bekannte Vorhaben der Unternehmen betrifft, blieb unklar. Die Rede war lediglich davon, dass „ein dreistelliger Milliardenbetrag“ auf „Neuinvestitionen“ entfalle. Verwiesen wurde zudem auf das „starke positive Signal“ der Ankündigung, nachdem es in den vergangenen Jahren zu erheblichen Investitionsabflüssen gekommen sei, die sich ebenfalls im dreistelligen Milliardenbereich bewegt hätten. Bundeskanzler Friedrich Merz, der „Made for Germany“-Vertreter am Montag empfing, sprach im Anschluss von einer der größten Investitionsinitiativen in Deutschland der letzten Jahrzehnte.

„Neue Form der Zusammenarbeit“

Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Roland Busch, der die Gemeinschaft zusammen mit Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing, Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner und FGS-Global-Chef Alexander Geiser ins Leben gerufen hatte, sprach in Berlin von einer neuen Form der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik. Das Gespräch im Kanzleramt stimme ihn zuversichtlich, dass die Bundesregierung mutige Strukturreformen angehe. Busch sieht für die deutsche Wirtschaft speziell im Bereich der industriellen KI „große Chancen“. Unternehmen aller Branchen säßen auf einem riesigen Datenschatz aus ihren Anlagen und Forschungslaboren. Sewing betonte, die Chance sei selten größer gewesen, dass Deutschland wieder Wachstumsmotor werde. Es würden zu den 631 Mrd. Euro noch weitere Investitionen dazu kommen.

Merz hatte in der vergangenen Woche bereits internationale Finanzinvestoren im Kanzleramt empfangen.

Artikel Seite 6