Trumps Strafzölle beflügeln BIP der USA
Trumps Strafzölle beflügeln BIP der USA
Starker Rückgang der Wareneinfuhren treibt Wachstumsrate im zweiten Quartal nach oben
det Washington
Stärker als erwartet haben US-Präsident Donald Trumps Strafzölle im zweiten Quartal auf das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten durchgeschlagen. Wie das Bureau of Economic Analysis (BEA) des Handelsministeriums berichtete, legte das Bruttoinlandsprodukt saisonbereinigt und annualisiert um 3,3% zu. Es handelt sich um die dritte Schätzung und den endgültigen Wert, der keinen Revisionen mehr unterliegen wird. Zuvor hatten die Kalkulationen des BEA eine Zunahme des BIP um 3,0% ergeben. Im ersten Quartal war das BIP um 0,5% geschrumpft.
Obwohl die Zahlen auf den ersten Blick robustes Wachstum signalisieren, kaschiert der Endwert die Tatsache, dass es sich in erster Linie um einen Auswuchs der protektionistischen Handelspolitik handelt. Dazu steuerten insbesondere die Strafzölle bei, mit denen die Regierung Warenimporte belegt hat. Bei Wareneinfuhren stellte das BEA nämlich ein Minus von 34,6% fest. Entscheidend dafür waren die Zölle für Importe aus China, die seit Anfang April Gegenstand der Abgaben sind. Bei Dienstleistungen verzeichnet die US-Wirtschaft seit Jahren leichte Überschüsse im Außenhandel. Im zweitenQuartal sanken die Einfuhren von Dienstleistungen ebenfalls, und zwar um 6,0%.
Investitionen brechen ein
Besondere Aufmerksamkeit verdient der starke Einbruch bei der Investitionstätigkeit. Die Investitionen fielen nämlich auf Jahressicht um 13,8%. Von Januar bis März hatten diese um 23,8% zugelegt. Rückgänge ermittelte das Ministerium bei Bauten und insbesondere Eigenheimen.Relevant ist die Trendumkehr gerade angesichts der Tatsache, dass es Trumps vorrangige Priorität ist, die Industrieproduktion verstärkt in die USA zu verlegen. Denn das Endziel der Zölle ist es, die Reindustrialisierung in den Vereinigten Staaten voranzutreiben. Das wiederum würde einen Boom bei den Investitionen voraussetzen. Diese haben aber unter dem Pessimismus unter Konsumenten und Unternehmen erheblich gelitten.
Einen positiven Beitrag zum Wachstum leistete der Privatkonsum. Die Verbraucherausgaben legten trotz der insgesamt schlechten Stimmung gegenüber dem zweiten Quartal 2024 um 1,6% zu. Die Staatsausgaben gaben hingegen um 0,2% nach. Werden die einzelnen Staaten und Gemeinden ausgeklammert, dann schlugen die von Trump eingeleiteten Sparmaßnahmen stärker zu Buche. Auf Bundesebene kam es nämlich zu Kürzungen um 4,7%. Ohne Berücksichtigung des Rüstungssektors, in den der Staat verstärkt investiert hat, schrumpften die Ausgaben um 12,5%.
Einbruch bei Einfuhren
Die hervorgehobene Rolle der Zölle unterstreichen die Beiträge, die einzelne Komponenten zu dem BIP leisteten. Die Strafzölle und der damit verbundene Rückgang der Importe erweckten nämlich den Eindruck außerordentlich starken Wachstums. Die Außenhandelsbilanz führen dazu, dass die Zunahme des BIP um 5,0% höher ausfiel. Weitere 1,0 Prozentpunkte steuerte der Privatkonsum bei. Der starke Rückgang bei den Investitionen subtrahierte hingegen 2,7 Prozentpunkte von der Wachstumsrate. Unterdessen könnten die stabilen Preise Trumps in seiner Forderung nach Zinssenkungen ermutigen. Der PCE-Preisindex legte nämlich um 2,0% zu. Die Kernrate, die volatile Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, stieg um 2,5% und nähert sich damit dem Inflationsziel von 2%.