Bildungspolitik

Wirtschaft dringt nach PISA auf Bildungsreform

Deutsche Schüler haben in der am Dienstag veröffentlichten PISA-Bildungsstudie der Industriestaatenorganisation OECD so schlecht abgeschnitten wie noch nie. Wirtschaftsverbände fordern nun umfassende Bildungsreformen – und einen stärkeren Fokus auf die Digitalisierung.

Wirtschaft dringt nach PISA auf Bildungsreform

Wirtschaft dringt nach
PISA-Studie auf Bildungsreform

Verbände: "Erschreckende Ergebnisse" der Bildungspolitik

ast Frankfurt

Deutsche Schüler haben in der am Dienstag veröffentlichten PISA-Bildungsstudie der Industriestaatenorganisation OECD so schlecht abgeschnitten wie noch nie. Wirtschaftsverbände fordern angesichts der Ergebnisse nun umfassende Bildungsreformen – und einen stärkeren Fokus auf die Digitalisierung.

"Einen derartigen Rückgang der Bildungsergebnisse hat es noch nie gegeben", erklärte Ludger Wößmann, Leiter des Zentrums für Bildungsökonomik des Münchner Ifo-Instituts. Grund sind Experten zufolge die durch die Coronavirus-Pandemie bedingten umfangreichen Unterrichtsausfälle, der akute Lehrermangel und die hohen Migrationszahlen. Wößmann warnte, dass die nachlassende Bildung Deutschland bis zum Ende des Jahrhunderts rund 14 Bill. Euro an Wirtschaftsleistung kosten könne.

OECD: Chancengleichheit stärken

Der Arbeitgeberverband (BDA) forderte einen "fast schon revolutionären Neuanfang in unserem Bildungswesen". Bisherige Bildungsstandards, aber auch die Ausbildung von Lehrpersonal müssten auf den Prüfstand, sagte Verbandspräsident Rainer Dulger. Die Schüler von heute seien die Lehrlinge und Beschäftigten von morgen, so Dulger. Schon heute klagt hierzulande etwa die Hälfte der Unternehmen über fehlende Fachkräfte. Ausbildungsbetriebe führen immer häufiger die mangelnde Qualifikation der Bewerber als Grund für unbesetzte Lehrstellen an.

Thomas Hoppe, Bundesvorsitzender des Wirtschaftsverbands der jungen Unternehmer, stellte fest: "Das ist ein verheerendes Zeugnis für die Bildungspolitik." Seit Jahren verschlechterten sich die schulischen Leistungen, doch werde von der Politik kaum gegengesteuert. "Damit gefährden wir nicht nur unsere Position als Wirtschaftsstandort, sondern auch die Chancen und den Wohlstand der jungen Menschen", warnte Hoppe. Die Verbände fordern daher eine stärkere frühkindliche Bildung sowie Investitionen in die digitale Bildung.

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