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Alan Rusbridger unter Druck

Angesichts der Enthüllungen der Whistleblowerin Frances Haugen wächst der Druck auf die Mitglieder des sogenannten Oversight Board von Facebook, ihre Ämter niederzulegen.

Alan Rusbridger unter Druck

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Alan Rusbridger (67) ist erneut in die Kritik geraten. Der mit zahllosen Auszeichnungen bedachte britische Journalist, der 20 Jahre lang als Chefredakteur des linksliberalen „Guardian“ fungierte und ein College in Oxford führt, ist Mitglied des sogenannten Oversight Board von Facebook.

Während sich der Betreiber von Facebook der Vorwürfe der Whistleblowerin Frances Haugen zu erwehren sucht, wächst der Druck auf die Mitglieder des 2018 eingerichteten unabhängigen Beirats, der sich um­strittenen Themen widmen soll. Ihm gehören 20 Intellektuelle und Journalisten an.

Damian Collins, der ehemalige Vorsitzende des Unterhausausschusses für Digitales, Kultur, Medien und Sport, forderte die Mitglieder des Gremiums zum Rücktritt auf. Der konservative Politiker leitet derzeit ein überparteiliches Komitee, das sich mit einem neuen Gesetz zur Online-Sicherheit beschäftigt. Der Vorwurf, dass der Board dem Internet-Unternehmen lediglich zu PR-Zwecken diene, aber keine Möglichkeit habe, sein Geschäftsgebaren ernsthaft zu überprüfen, steht schon länger im Raum.

Erst im vergangenen Monat wurde Rusbridger, im Juli zum Chefredakteur von „Prospect Magazine“ berufen, von Fragen des „Spectator“ zu seiner Rolle im Skandal um Roy Greenslade eingeholt. Greenslade hatte 2014 im „Guardian“ die Motive von Mairia Cahill in Frage gestellt, die ihre Vergewaltigung durch ein IRA-Mitglied öffentlich machte. Im März 2021 gab er zu, im Bürgerkrieg auf der Seite der Provisional IRA gestanden zu haben. Rusbridger war daraufhin von seinem Posten bei der irischen Kommission zur Zukunft der Medien zurückgetreten.