Binance US verliert ihren CEO und trennt sich in großem Stil von Personal
Binance US verliert ihren CEO
bg Frankfurt
Bei Binance setzt sich der Management-Exodus fort. Wie am Mittwoch bekannt wurde, hat der President und CEO von Binance US, Brian Shroder, das Unternehmen verlassen. Interimistisch rückt nun Chief Legal Officer Norman Reed als CEO auf. Shroder war seit September 2021 auf dem Chefposten des Binance-Ablegers, der keine direkte Mutter-Tochter-Verbindung mit der Holding hat. Shroder war seinerzeit von Uber gekommen.
Binance US gab darüber hinaus bekannt, dass man sich von einem Drittel der Belegschaft getrennt und damit genug finanziellen Spielraum gewonnen habe, um den Geschäftsbetrieb für die kommenden sieben Jahre aufrechtzuerhalten. Eine solche Rechnung hängt allerdings auch davon ab, wie sich die Einnahmen entwickeln – und da hat Binance auf allen Ebenen und Regionen mitunter heftige Rückgänge zu verzeichnen. Von daher können weitere Maßnahmen auf der Kostenseite nicht ausgeschlossen werden.
Binance US wird wie viele andere Kryptofirmen von der SEC verklagt, auch die CFTC ist aktiv geworden. Und auch wenn die SEC zuletzt Niederlagen vor Gericht hinnehmen musste, so sind solche Verfahren für die Beklagten doch sehr belastend. Zum einen fallen hohe Rechtskosten an. Zum anderen können Kunden auf Abstand gehen, da sie Reputationsrisiken wittern.
Für Binance haben die vielen regulatorischen Probleme die Folge, dass die Handelsvolumina schrumpfen. "The Block" zufolge ist das Volumen auf der US-Plattform in den bisherigen Handelstagen des September auf mickrige 70 Mill. Dollar gefallen – auf der Basis wird es schwierig als laufender Betrieb. Kunden können zudem keine Dollar-Konten mehr für Kryptokäufe verwenden, heißt es. Sollte das so sein, wäre der Fortbestand gefährdet, müssten Kunden doch Umwege über Fremdwährungskonten nehmen.
Für Binance hängt das Wohl und Wehe nun immer stärker an CEO Changpeng Zhao und seinen Juristen, die einen Weg finden müssen, die vielen Verfahren möglichst schnell zu einem guten Ende zu führen. Sollte die SEC in den Rechtsstreiten mit Ripple und Coinbase weiter Federn lassen, könnte die Branche in den USA wieder Luft holen. Um Zhao ist es zuletzt aber ein wenig einsam geworden, nachdem mit Patrick Hillman der Chief Strategy Officer als öffentliches Gesicht des Unternehmens im Juli den Hut nahm.