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BMW besetzt weiteres Schlüsselressort im Vorstand neu

sck - Nach dem Wechsel an der Spitze von BMW steht der Münchner Autohersteller vor einem abermaligen Umbau im Vorstand. Auf seiner Sitzung Ende September wird der Aufsichtsrat voraussichtlich einen neuen Produktionsvorstand bestellen. Der...

BMW besetzt weiteres Schlüsselressort im Vorstand neu

sck – Nach dem Wechsel an der Spitze von BMW steht der Münchner Autohersteller vor einem abermaligen Umbau im Vorstand. Auf seiner Sitzung Ende September wird der Aufsichtsrat voraussichtlich einen neuen Produktionsvorstand bestellen. Der Dax-Konzern muss das Schlüsselressort neu besetzen, nachdem der bisherige Produktionschef Oliver Zipse (55) Mitte August den Vorstandsvorsitz von Harald Krüger (53) übernommen hatte (vgl. BZ vom 20. Juli). Dem Vernehmen nach soll Milan Nedeljkovic (50) im Vorstand die Verantwortung für die Produktion übernehmen. Der gebürtige Serbe leitet seit August vorigen Jahres den Bereich Unternehmensqualität von BMW. Davor führte er das Konzern-Stammwerk in München und den Standort Leipzig. Nedeljkovic ist ein Vertrauter von Zipse. Mit dem CEO-Wechsel übernahm Einkaufsvorstand Andreas Wendt vorübergehend zusätzlich die Verantwortung für die Fertigung.Derweil wird über die berufliche Zukunft von Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich (59) spekuliert. Sein Vertrag läuft im kommenden Jahr aus. Der Ingenieur unterlag Zipse im Wettstreit um die Nachfolge von Krüger, der das Amt des CEO im Juli vorzeitig zur Verfügung stellte. Fröhlich erreicht im Juni 2020 die Altersgrenze von 60 Jahren für BMW-Vorstände. In Einzelfällen kann der Aufsichtsrat diese Schwelle aber aufheben. Dies war beim früheren Finanzvorstand Friedrich Eichiner (64) so der Fall gewesen, als Krüger 2015 den Posten des CEO von Norbert Reithofer übernommen hatte. Reithofer (63) will dem Vernehmen nach nun bei Fröhlich ebenfalls eine Ausnahme machen. Der Grund: Mit seiner Ressortverantwortung ist Fröhlich bei BMW eine Schlüsselfigur für den Wandel in der Antriebstechnik. Die verstärkte Ausrichtung auf Elektroautos verschlingt bei BMW – wie bei den wichtigsten Wettbewerbern Daimler und Volkswagen – zunächst sehr viel Geld. 2021 will BMW die Serienreife für ein konzeptionell aufwendiges Zukunftsmodell (“BMW iNext”) erreichen. Im gleichen Jahr gelten die strengeren Abgasnormen der EU. Angesichts dieser Lage will Reithofer angeblich Fröhlich länger halten. Ob dieser darauf eingeht oder nicht, soll bis Ende dieses Jahres geklärt werden. Fröhlich gehört dem BMW-Vorstand seit Ende 2014 an.Unterdessen steht fest, dass der für Transformation und Elektromobilität zuständige Vorstand Peter Schwarzenbauer geht. Schwarzenbauer wird im Oktober 60 Jahre alt. Sein Ressort wird nicht mehr neu besetzt. Im April übernahm Vertriebsvorstand Pieter Nota bereits einen Großteil seiner Aufgaben. Personalchefin gehtDerweil muss sich BMW einen neuen Personalchef suchen. Das Unternehmen teilte mit, dass Personalvorstand Milagros Caiña-Andree (Jahrgang 1962) Reithofer mitgeteilt habe, für eine weitere Amtszeit nicht mehr zu Verfügung zu stehen. Die gebürtige Spanierin nannte dafür “persönliche Gründe”. Sie gehört dem Vorstand seit Juni 2012 an. Caiña-Andree ist die einzige Frau im obersten Führungsgremium von BMW. Ihr Vertrag läuft im kommenden Jahr aus. Ilka Horstmeier (50) werden gute Chancen nachgesagt, Caiña-Andree zu beerben. Horstmeier leitet seit November 2018 das BMW-Werk in Dingolfing. Die Betriebswirtin arbeitet seit 24 Jahren für das Unternehmen. Sie zählt ebenfalls zum Vertrautenkreis von Zipse.