Volks- und Raiffeisenbanken

CSU-Politiker Stefan Müller führt Bayerns Kreditgenossen

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stefan Müller spricht künftig für die Kreditgenossen in Bayern. Der Verbandsrat des Genossenschaftsverbands Bayern bestellte den 48-Jährigen zum designierten Vorstandsvorsitzenden und Präsidenten.

CSU-Politiker Stefan Müller führt Bayerns Kreditgenossen

CSU-Politiker führt Bayerns Kreditgenossen

sck München

Auf der Suche nach einem Nachfolger an der Spitze des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB) ist der Verbandsrat der Interessenvertretung fündig geworden. Der Verband mit Sitz in München teilte mit, dass das Aufsichtsgremium den CSU-Bundestagsabgeordneten Stefan Müller zum Vorstandsvorsitzenden und Präsidenten bestellt habe. Der 48-Jährige folgt auf Gregor Scheller (66), der Ende Juli 2024 in den Ruhestand wechselt.

Müller ist seit 2002 Mitglied des Bundestags. Von 2009 bis 2013 und erneut seit 2017 ist der gelernte Bankfachwirt Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im deutschen Parlament. Vor seiner politischen Karriere absolvierte der gebürtige Franke eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Dresdner Bank. Nach einer berufsbegleitenden Weiterbildung zum Fachwirt für Bankwesen arbeitete Müller fünf Jahre bei der Raiffeisenbank Seebachgrund. Der designierte neue Chef des GVB verfügt also über Stallgeruch im kreditgenossenschaftlichen Finanzverbund. Darauf legt GVB-Verbandsratschef Gerhard Walther viel Wert. In einer Pressemitteilung wies er auf Müllers beruflichen Werdegang hin. Walther bezeichnete ihn als „profilierte Persönlichkeit“. Er bringe aufgrund seiner Bankerfahrungen das „Rüstzeug“ mit.

Aufgrund seiner langjährigen politischen Arbeit ist Müller sehr gut vernetzt. Für den GVB ist das wichtig, befindet sich doch die Finanzwirtschaft ständig in Bewegung. Die Stichwörter bilden etwa die Digitalisierung und die Regulierung. Bayerns Kreditgenossen befindet sich seit Jahren in einem Konsolidierungsprozess. Kleinere Institute des Verbunds schließen sich zu größeren Gebilden zusammen.

Müller soll zum 1. Juni kommenden Jahres als Generalbevollmächtigter in den GVB eintreten. Am 1. August 2024 soll er offiziell beide Ämter antreten. Die Volks- und Raiffeisenbanken des Freistaats dominieren den GVB, der auch Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften vertritt.

Scheller rückte an der Spitze des GVB Anfang 2022. Der frühere Vorstandschef der Volksbank Forchheim (heute VR Bank Bamberg-Forchheim) übernahm seinerzeit interimistisch die Funktion von Jürgen Gros, der infolge eines Machtkampfs vom damaligen GVB-Verbandsratschef Wolfgang Altmüller geschasst wurde. Altmüller leitet seit über einem Jahr den Verbandsrat des kreditgenossenschaftlichen Bundesverbands BVR in Berlin.

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