E-Autobauer

Elon Musk droht wegen Glashaus-Projekt von Tesla Ärger

Ein mysteriöses Vorhaben von Tesla ist in den Fokus der US-Staatsanwaltschaft sowie der Börsenaufsicht SEC geraten. Bei "Project 42" soll es sich um den Bau eines Glashauses für CEO Elon Musk handeln, im Raum steht der Verdacht des Missbrauchs von Unternehmensressourcen.

Elon Musk droht wegen Glashaus-Projekt von Tesla Ärger

Elon Musk droht Ärger wegen Glashaus-Projekt von Tesla

Von Alex Wehnert, New York

Ein mysteriöses Vorhaben von Tesla zieht die Aufmerksamkeit der US-Behörden auf sich. Hinter dem intern als „Project 42“ betitelten Plan soll sich der Bau eines gläsernen Gebäudes nahe der Unternehmenszentrale im texanischen Austin verbergen, das Mitarbeiter laut Insidern als Haus für CEO Elon Musk bezeichneten. Bereits im Juni machten Berichte die Runde, gemäß denen der Tesla-Verwaltungsrat ermittelte, ob im Rahmen des Vorhabens Unternehmensressourcen zu Musks persönlichem Nutzen missbraucht wurden und welche Rolle der Milliardär dabei spielte. Nun ist "Project 42" angeblich auch in den Fokus der Staatsanwaltschaft für den südlichen Bezirk von New York geraten.

Die Ermittler haben laut Insidern Anfragen zu den Kosten für das Vorhaben, dessen Verwendungszweck und persönlichen Bezügen von Musk gestellt. Auch die US-Börsenaufsicht SEC hat demnach eine Untersuchung aufgenommen. Gemäß den Regeln der Behörde müssen börsennotierte Unternehmen sämtliche Transaktionen über mehr als 120.000 Dollar offenlegen, an denen Manager ein materielles Interesse haben. Zudem sind sie verpflichtet, Investoren über alle persönlichen Leistungen für die oberste Führungsebene ab einem Gegenwert von 10.000 Dollar zu informieren.

Sowohl die SEC-Ermittlungen als auch jene der Staatsanwaltschaft befinden sich angeblich in einem frühen Stadium, die Behörden äußern sich nicht zu dem Fall. Auch der Tesla-Verwaltungsrat macht bislang ebenso wenig Angaben zum Ergebnis der internen Untersuchung wie zum Status von "Project 42". Angeblich erwog der E-Autobauer, die Glasbestellung zu stornieren oder das Material für einen anderen Zweck einzusetzen. Ob es geliefert wurde, ist nicht bekannt. Allerdings ließ Tesla offenbar detaillierte Konzeptzeichnungen für das Gebäude anfertigen.

Beobachter spekulieren, dass die Pläne Teil von Musks Strategie zum Ausbau seines Imperiums in Texas gewesen sein könnten. Zu der Zeit, als Tesla-Angestellte an „Project 42“ gearbeitet haben sollen, bemühte sich der E-Autobauer darum, das nahegelegene Werk in Betrieb zu nehmen. Dort fertigt das Unternehmen den SUV Model Y, im Juli rollte in der Gigafactory auch der erste Pickup der neuen Cybertruck-Reihe vom Band.

Der kapitalintensive Ausbau der Produktion bei Austin gilt unter Analysten als entscheidend für die Wachstumsaussichten von Tesla. Unterdessen plant Musk die Gründung einer Gemeinde außerhalb der Stadt, in der Angestellte des E-Autobauers sowie Mitarbeiter der Weltraum-Firma SpaceX und des Tunnelbau-Unternehmens The Boring Company zu niedrigen Mieten wohnen sollen. Zudem soll der 52-Jährige Makler mit der Suche nach Villen in der Region beauftragt haben.

Bisher pflegt Musk einen eher unsteten Lebensstil. So reist er zwischen den Standorten seiner Firmen hin und her und übernachtet häufig im Büro. Sein Hauptwohnsitz ist gemäß einer Ankündigung aus dem Jahr 2021 aber ein von SpaceX gemietetes Haus im südlichen Texas. Dort genießt Musk persönliche Steuervorteile. Im Gegensatz zu seiner alten Heimat Kalifornien erhebt der Südstaat keine Einkommensteuer für Individuen und fordert keine Abgaben auf Kapitalerträge.

Offenbar reißt der Ärger mit den nationalen Behörden für Musk aber auch in Texas nicht ab. Mit der SEC liegt der Unternehmer im Clinch, seit er 2018 per Tweet in Aussicht stellte, Tesla von der Börse zu nehmen. Die Aufsicht warf ihm darauf Irreführung von Investoren vor, Musk musste den Verwaltungsratsvorsitz bei dem E-Autobauer aufgeben und 20 Mill. Dollar Bußgeld berappen. Versuche Musks, den Vergleich aufzulösen, scheiterten seither. Zudem untersuchen Bundesermittler, ob Tesla die Reichweite ihrer Elektroautos und die Performance ihres Fahrassistenzsystems übertrieben dargestellt hat.

Tesla-CEO Elon Musk arbeitet am Ausbau seines Geschäftsimperiums in Texas. Allerdings nehmen US-Behörden ein Bauprojekt des Unternehmens nahe Austin ins Visier.