Makoto Uchida rückt an die Spitze von Nissan
mf – Makoto Uchida übernimmt spätestens zum 1. Januar die Führung der angeschlagenen Renault-Beteiligung Nissan. Vor Ablauf der selbst gesetzten Frist von Ende Oktober entschied sich der Verwaltungsrat für den 53-Jährigen, der seit dem Vorjahr die wichtige China-Sparte leitet. Sie generiert fast ein Drittel des Konzerngewinns.Als Präsident und CEO löst Uchida den Übergangschef Yasuhiro Yamauchi (63) ab, der am 16. September an die Stelle des zurückgetretenen Hiroto Saikawa (65) trat. Als Chief Operating Officer (COO) soll Ashwani Gupta (49), derzeit COO der Nissan-Tochter Mitsubishi Motors, Uchida unterstützen, als Guptas Vertreter kommt der frühere Produktionsleiter und China-Chef Jun Seki (58). Damit unternimmt Japans zweitgrößter Autobauer einen personellen Neuanfang nach der Verhaftung des langjährigen Chefs Carlos Ghosn (65). De facto ein Triumvirat Die verjüngte Führungsgeneration sei wegen ihrer internationalen Erfahrung, ihres Fokus auf der Allianz mit Renault und aufgrund der Notwendigkeit schneller Entscheidungen ausgewählt worden, sagte der Vorsitzende des Auswahlkomitees, Masakazu Toyoda, auf einer Pressekonferenz in Yokohama. De facto wird Nissan damit künftig von einem Triumvirat geführt, was sich als eine symbolische Abgrenzung vom autokratischen Regime des allmächtigen Ghosn verstehen lässt. “Eine Gruppenführung ist transparenter”, rechtfertigte Nissan-Chairman Yasushi Kimura vor der Presse die Ernennungen.Uchida hat ungewöhnlicherweise Theologie an der Universität Doshisha studiert und arbeitete danach über zwölf Jahre für das Handelshaus Nissho Iwai. Der Wechsel zu dem Autohersteller Nissan erfolgte 2003. Wegen der Zusammenarbeit im Einkauf und als Exchef von Renault Samsung in Südkorea genießt Uchida das Vertrauen des französischen Mutterkonzerns, was wohl die wichtigste Vorgabe für den neuen Nissan-Chef gewesen sein dürfte.Der neue COO Gupta wurde in Nordindien geboren, studierte am Nehru-College für Ingenieure in Delhi und erhielt ein Diplom der französischen Wirtschaftsakademie INSEAD. Er arbeitete sich über Renault und Datsun in Indien hoch und leitete seit 2017 die Sparte für Nutzfahrzeuge von Nissan. Sein designierter Stellvertreter Seki, ein Ingenieur, ist ein echtes Nissan-Gewächs und übernahm im Mai die Spezialaufgabe, die Leistung von Nissan zu steigern.