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Jeder zweite Rohdiamant kommt aus Afrika

Weltweit gibt es nur 30 aktive Minen

Jeder zweite Rohdiamant kommt aus Afrika

kjo Frankfurt – Jeder zweite Rohdiamant, der heute zutage gefördert wird, kommt immer noch aus Afrika. Das konstatiert die VCH Vermögensverwaltung in einer Studie zum weltweiten Diamantenmarkt. In den vergangenen Jahren wurden keine neuen großartigen Steinvorkommen entdeckt. Die Aussichten auf neue Minen mit umfangreichen Vorkommen gelten zumeist als begrenzt. Darin sehen Experten auch einen der Haupttreiber der Diamantenpreise in den kommenden Jahren.Bis ins frühe 20. Jahrhundert dominierte Südafrika die internationale Diamantenproduktion. Im gleichen Zeitraum wurden die edelsten aller Steine aber auch in anderen afrikanischen Ländern gefunden. In die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts fallen signifikante Diamantenfunde in Russland in den fünfziger Jahren, in Australien in den Achtzigern und in Kanada in den neunziger Jahren. Gerade einmal 25 TonnenWeltweit existieren laut VCH etwa 30 aktive Diamantenminen. Die jährliche Fördermenge im Jahre 2011 betrug laut Kimberley Process rund 124 Mill. Karat (1 Karat entspricht 0,2 Gramm), was rund 25 Tonnen ergibt. Im Vergleich zu den Edelmetallen ist die geförderte Menge damit relativ klein. 2011 betrug die weltweite Goldproduktion nach Angaben von VCH in etwa 2 800 Tonnen und die geförderte Menge Silber gut 24 000 Tonnen. Lediglich Platin sei mit einer Fördermenge von etwas mehr als 200 Tonnen p. a. ein vergleichbar kleiner Markt. Der Platinmarkt erreicht damit aber immer noch die achtfache Größe des Diamantenmarktes.Die Diamantenförderung ist laut VCH in einem hohen Maß auf einzelne Länder bzw. Regionen und auf nur wenige Unternehmen konzentriert. Als das mit Abstand größte Förderland gilt Russland mit einem Anteil von 28 % aller geförderten Diamanten im Jahre 2011, gefolgt von den afrikanischen Ländern mit einem Anteil von 57 %. Auf Steine aus kanadischen Minen und auf Australien entfallen Anteile von 9 % bzw. 6 %. Botswana führt die Liste der afrikanischen Diamantförderländer an. 18 % aller Steine kamen laut Kimberley Process im Jahre 2011 aus Botswana. Es folgt die Demokratische Republik Kongo (16 %). Simbabwe erreicht 7 %. Wertmäßig ergibt sich eine leichte Verschiebung. Botswana führte 2011 mit einem Marktanteil von 27 %, gefolgt von Russland mit 19 %, Kanada (18 %), Südafrika (12 %) und Angola (8 %). Russen dominierenDie beiden dominierenden Fördergesellschaften sind nach Angaben der VCH die russische Alrosa und die zum Anglo-American-Konzern gehörende Gesellschaft De Beers. Bis in die neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts hinein war De Beers der weltweite Diamantmonopolist. Seitdem ist der Marktanteil deutlich geschrumpft. Anglo American (De Beers) kommt auf 26 % der weltweit zutage geförderten Steine. Alrosa bringt es auf 28 %. Mit einigem Abstand folgen die australischen Bergbaukonzerne Rio Tinto und BHP Billiton. Sie erreichen einen Marktanteil von 14 %. Die verbleibenden 32 % teilen sich sämtliche übrigen Unternehmen dieses Bereichs.Die Bedeutung Afrikas für die weltweite Diamantenförderung dürfte nach Einschätzung von VCH über die nächsten Jahre noch weiter zunehmen. Denn viele Explorationsgesellschaften würden neue Lagerstätten in der Sub-Sahara-Region des Kontinents entwickeln. Weitere positive Impulse könnten laut VCH-Studie folgen, wenn Förderländer wie die Demokratische Republik Kongo oder Simbabwe zu politischer und wirtschaftlicher Stabilität zurückfinden und auf diese Weise Investitionen anziehen.