Akasol hält an ehrgeizigem Wachstumsziel fest
scd Frankfurt – Der Batteriesystemhersteller Akasol hinkt seinem Wachstumsziel für das laufende Jahr trotz einer Umsatzverdopplung zur Halbzeit zwar leicht hinterher. Weil die Produktionskapazitäten allerdings auch erst zur Jahresmitte kräftig ausgeweitet wurden, geht das Unternehmen weiter davon aus, im Gesamtjahr 60 Mill. Euro erlösen zu können und damit den Vorjahreswert nahezu zu verdreifachen. Der Umsatz von Akasol hängt derzeit noch wesentlich von der Fertigungskapazität. Der Auftragsbestand beträgt rund 1,45 Mrd. Euro und garantiert damit praktisch auf Jahre eine hohe Auslastung. Volvo-Gespräche in EndphaseIn der Telefonkonferenz am Montag hat Akasol-Chef Sven Schulz zudem erklärt, die Verhandlungen mit Volvo über die Lieferung von Batteriesystemen der dritten Generation befänden sich derzeit in der Endphase. Die dritte Batteriesystemegeneration soll ab 2021 auf den Markt kommen, heißt es im Halbjahresbericht. Diese soll nahezu die doppelte Batteriedichte im Vergleich zur aktuellen Serienbatterie der ersten Generation erreichen. Dies will Akasol im Wesentlichen durch neu entwickelte Zellmodule mit zylindrischen Hochenergiezellen erreichen. Die Batteriesysteme, die von Nutzfahrzeugherstellern wie Volvo und Daimler eingesetzt werden, sollen Bussen und Lastkraftwagen batterieelektrische Reichweiten von 400 bis 700 Kilometern mit nur einer Ladung ermöglichen.Schulz erwartet, bald über weitere neue Verträge berichten zu können. Angesprochen auf den leichten Rückgang des Auftragsbestands gegenüber dem Jahresende 2018 erklärte Finanzvorstand Carsten Bovenschen, dies sei nur eine “unwesentliche” Veränderung. Ein Nachlassen der Kundennachfrage sei nicht zu erkennen. Die Akasol-Aktie verteuerte sich am Montagvormittag zeitweise um knapp 5 %, liegt aber weiter deutlich hinter dem Ausgabepreis vom IPO im Juni 2018 zurück (siehe Chart).Derzeit produziert Akasol seine Batteriesysteme im hessischen Langen, wo die Kapazität seit Jahresbeginn um 140 % hochgefahren worden sei. Bis Ende des Jahres soll die Kapazität planmäßig auf 300 Megawattstunden (MWh) hochgefahren werden. Im nächsten Jahr soll eine zweite Produktionslinie und Umbau sowie Optimierungen der ersten Produktionslinie die Kapazität schrittweise auf 800 MWh treiben.Darüber hinaus ist eine neue Produktionsstätte im Großraum Detroit (Michigan) geplant, die vom Bundesstaat Michigan mit einem einstelligen Millionenbetrag gefördert wird. Die Eröffnung soll 2020 erfolgen. Bis 2021 sollen dann im Dreischichtbetrieb bis zu 400 MWh produziert werden. Von Bloomberg befragte Analysten rechnen damit, dass der Umsatz von Akasol von 22 Mill. Euro im vergangenen Jahr bis 2022 auf fast 350 Mill. Euro steigen wird.Im ersten Halbjahr wurden die Erlöse zunächst auf 19,2 Mill. Euro mehr als verdoppelt. Vor Zinsen und Steuern verdiente Akasol 185 000 Euro, nach einem Millionenverlust in der Vergleichsperiode des Vorjahres.