Arianespace hofft 2021 auf mehr Starts
wü Paris – Das Raumfahrtunternehmen Arianespace hat Bilanz für 2020 gezogen. Nachdem es 2019 die niedrigste Jahresaktivität nach 2004 verbuchte, hatte man eigentlich gehofft, 2020 wieder durchstarten und 22 Raketenstarts von drei verschiedenen Standorten in Französisch-Guyana, Kasachstan und Sibirien durchführen zu können. Doch die Insolvenz des Satelliten-Start-ups Oneweb, die Pandemie und die damit einhergehende Ausgangssperre in dem französischen Übersee-Département machten dem Raketenbetreiber einen Strich durch die Rechnung. Am Ende konnte er zehn Raketenstarts durchführen und so an Bord von Ariane 5-, Soyuz- und Vega-Trägerraketen 166 Satelliten in die Umlaufbahn bringen. Arianespace-Chef Stéphane Israël betonte, dass sieben der zehn Missionen kommerzieller Natur gewesen seien.Für dieses Jahr rechnet er mit mindestens einem Start pro Monat, wenn die Satelliten fertig sind. Nach dem Absturz einer Vega-Trägerrakete im November hofft Arianespace, die Flüge mit diesem Träger noch im ersten Quartal wieder aufnehmen zu können. Der Auftragsbestand für die Trägerraketen Ariane 5 und Ariane 6 erhöhte sich letztes Jahr um die Starts von sieben kommerziellen Kommunikationssatelliten und fünf institutionelle Reservierungen (vier für Ariane 62 und eine halbe für Ariane 64). Der Auftragsbestand von Arianespace beläuft sich inzwischen auf mehr als 3,2 Mrd. Euro, was mehr als drei Jahren Arbeit entspricht. Darin sind Reservierungen durch institutionelle Kunden nicht mit enthalten. Letztes Jahr konnte der Raketenbetreiber seinen Umsatz bei 1 Mrd. Euro im Vergleich zu 2019 stabil halten.