Banken und Großaktionär von Tom Tailor einigen sich

Paket von 365 Mill. Euro auf den Weg gebracht

Banken und Großaktionär von Tom Tailor einigen sich

wb Frankfurt – Nach einer längeren Hängepartie meldet die finanziell angeschlagene Tom Tailor Fortschritte auf dem Weg zur Sicherung der Existenz. Das Modeunternehmen hat sich mit den Konsortialbanken und dem chinesischen Mehrheitsaktionär Fosun über eine neue Finanzierungsstruktur geeinigt. Die entsprechende Eckpunktevereinbarung (Term Sheet) sei unterzeichnet worden. In trockenen Tüchern ist der Deal noch nicht, die Parteien streben dies bis spätestens Ende Oktober an. Die Vereinbarung (ohne Haircut) ist bis Ende September 2022 befristet und kommt auf ein Gesamtvolumen von 365 Mill. Euro. Es geht um Akkreditivlinien, eine revolvierende Linie und Tilgungsdarlehen. Fosun, die 76,75 % hält, erhöht ihren Beitrag um 10 Mill. auf 28,5 Mill. Euro.Tom Tailor lässt sich bei der Restrukturierung von der Frankfurter Herter & Co. sowie der Kanzlei Covington beraten; Fosun setzt auf Rothschild und rechtlich Noerr. Das Steering Committe der acht Banken besteht aus BNP Paribas, HSBC, LBBW und Unicredit. Sie werden von Latham & Watkins begleitet.Die Banken und Fosun hatten zuletzt ihre Brückenfinanzierungen und Stillhalteabkommen bis Ende Oktober verlängert. Diese Vereinbarung im Volumen von 48,5 Mill. Euro hält Tom Tailor schon seit Mitte Juni über Wasser. Größtes Problem ist die Tochter Bonita (Mode für Frauen ab 50), die Tom Tailor 2012 für 220 Mill. Euro übernommen hatte. Der geplante Verkauf an die niederländische Victory & Dreams war Anfang Juni an den Banken gescheitert. Während die Marke Tom Tailor cashpositiv ist, versenkt Bonita Geld.Aufgrund des im Eckpunktepapier zugrunde gelegten Planungshorizonts bis einschließlich 2022 und basierend auf der von Boston Consulting für diese Zeit durchgeführten Independent Business Review, ändert der Vorstand die im Mai veröffentlichten Zahlen für 2018. Dabei gehe es im Wesentlichen um die Erhöhung der Drohverlustrückstellungen aufgrund einer konservativeren Bewertung. Darüber hinaus falle der Ausweis nichtfortgeführter Geschäfte weg, da Bonita nach Druck der Banken nicht veräußert wird.Nun erwartet das Hamburger Unternehmen für 2018 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) der Marke Tom Tailor von 64 Mill. Euro statt 70,6 Mill. Euro, wie zunächst berichtet. Der operative Verlust der Tochter Bonita soll von 24,6 Mill. auf 38,2 Mill. Euro wachsen. Indessen müssen wie berichtet CEO Heiko Schäfer und Finanzchef Thomas Dressendörfer gehen.