Bayer bekennt sich zu Standort D
ab Düsseldorf – Knapp ein Jahr nach dem angekündigten Stellenabbau in Deutschland hat Bayer die Vereinbarung mit den Arbeitnehmern weiter präzisiert. Im Gegenzug zum Abbau von 4 500 Arbeitsplätzen – auf betriebsbedingte Kündigungen wird bis 2025 verzichtet – hat die Konzernleitung milliardenschwere Investitionen an den deutschen Standorten zugesagt, wie mitgeteilt wird. In der “Zukunftssicherung 2025” bekenne sich Bayer zum Standort Deutschland, heißt es.Bis 2022 sollen etwa 1,5 bis 2 Mrd. Euro in die deutschen Standorte investiert werden. Darüber hinaus soll etwa die Hälfte der bis 2022 für Forschung & Entwicklung vorgesehenen Gelder auf Deutschland entfallen. Das F&E-Budget beläuft sich auf mehr als 23 Mrd. Euro. Weltweit hat Bayer bis 2022 Zukunftsinvestitionen von 35 Mrd. Euro eingeplant. Die Vereinbarung lege zudem fest, dass Bayer wesentliche zukunftsorientierte Entwicklungen aus Deutschland heraus initiiere. So investiere die Division Pharma derzeit beispielsweise in den weltweiten Aufbau neuer Kapazitäten in Zukunftsfeldern wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz und neue therapeutische Wirkstoffklassen. Etwa die Hälfte dieser Aktivitäten solle in Deutschland stattfinden. Dadurch würden 150 neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen, heißt es.Mit Blick auf den geplanten Stellenabbau setzt Bayer vor allem auf freiwillige Aufhebungsverträge. Hierfür biete Bayer seit Februar flexible Modelle an. “Wir sind angesichts der positiven Resonanz auf unsere Abfindungsmodelle zuversichtlich, die angekündigte Reduktion von Arbeitsplätzen bis Ende 2021 überwiegend durch freiwillige Aufhebungsverträge realisieren zu können”, wird (Noch-)Personalvorstand Hartmut Klusik zitiert.Im November vorigen Jahres hatte Bayer angekündigt, bis Ende 2021 weltweit 12 000 Stellen von den seinerzeit gut 118 000 Arbeitsplätzen zu streichen, 4 500 davon in Deutschland. Der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen gilt für die großen Konzerngesellschaften sowie die Tiermedizinsparte Animal Health, deren Verkauf an den US-Wettbewerber Elanco im August besiegelt wurde. Mit dem Verkaufsvertrag für die Tiermedizin hat Bayer das Ende 2018 angekündigte Desinvestitionsprogramm abgeschlossen.Allerdings muss sich auch Bayer im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte strecken. Hierzu soll eine innovative Personalpolitik beitragen. Dazu gehörten Weiterbildungsmöglichkeiten vor allem im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung, die Ausweitung der Modelle zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung sowie Verbesserungen der Vergütungsstruktur und der Altersversorgung. Während sich Bayer zugutehält, zu den attraktivsten Arbeitgebern Deutschlands zu gehören, hatte die jüngste Umfrage unter den Führungskräften ein anderes Bild gezeichnet (vgl. BZ vom 21. August).