Werften

Bruch zwischen Fincantieri und Chantiers de l’Atlantique

Der „Airbus des Meeres“ kommt nicht zustande. Der italienische Werftenkonzern Fincantieri und die französischen Chantiers de l’Atlantique haben ihr Vorhaben, den zivilen Schiffsbau zusammenzulegen, aufgegeben. Das teilten Frankreichs...

Bruch zwischen Fincantieri und Chantiers de l’Atlantique

bl Mailand

Der „Airbus des Meeres“ kommt nicht zustande. Der italienische Werftenkonzern Fincantieri und die französischen Chantiers de l’Atlantique haben ihr Vorhaben, den zivilen Schiffsbau zusammenzulegen, aufgegeben. Das teilten Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire und Italiens Industrieminister Stefano Patuanelli nach einer Telefonkonferenz mit EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager mit. Brüssel prüfte den Fall seit Dezember 2018 und konnte sich seither nie zu einer Entscheidung durchringen, hatte aber wettbewerbsrechtliche Bedenken. Bestehende Kooperationen sollten fortgesetzt werden. Die beispiellosen Unsicherheiten auf dem Markt erlaubten es nicht, das Vorhaben fortzusetzen, heißt es in einer gemeinsamen Verlautbarung.

Die Unternehmen hatten Mitte 2017 einen Zusammenschluss vereinbart. Die Italiener sollten einen Anteil von 66,7% kontrollieren. Doch das Projekt stieß von Anfang an auf massive Vorbehalte in der französischen Politik und bei den Gewerkschaften. Der neu gewählte französische Präsident Emmanuel Macron lehnte die Übernahme Mitte 2018 ab und verstaatlichte die auf den Bau großer Kreuzfahrtschiffe spezialisierten Chantiers de l’Atlantique. In neuen Verhandlungen wurde vereinbart, dass die Italiener 51% der Anteile übernehmen. Seither lag das Dossier in Brüssel.

Paris will die Werftengruppe jetzt mit Subventionen unterstützen. Beobachter sind der Ansicht, dass sie auf Dauer einen Partner braucht.