Pariser Börse

CAC 40-Konzerne präsentieren sich in Bestform

Die Schwergewichte der Pariser Börse haben 2021 Rekordergebnisse verbucht und ihre Nettoverschuldung auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gesenkt. Deshalb sind sie gut für das von neuen Unsicherheiten geprägte Umfeld gerüstet.

CAC 40-Konzerne präsentieren sich in Bestform

Der Schock war groß, aber nur von kurzer Dauer. Zweieinhalb Jahre nach Ausbruch der Covid-Pandemie stehen die Schwergewichte aus dem französischen Leitindex insgesamt gestärkt da, wie eine Studie von EY zum finanziellen Profil der CAC 40-Unternehmen zeigt. Demnach haben sie von der weltweiten Erholung nach der Corona-Krise profitiert und neue Rekorde verbucht. Ihre Aktivitäten wiesen ein starkes Wachstum aus, die laufenden operativen Margen seien hoch und die Verschuldung gering, sagt Nicolas Klapisz von EY. Sie seien deshalb besser für das erneut von starken Unsicherheiten geprägte Umfeld und die damit einhergehenden Herausforderungen gerüstet.

Die CAC 40-Schwergewichte haben laut der Studie letztes Jahr zusammen einen kumulierten Umsatz von 1.431 Mrd. Euro verbucht, 20% mehr als 2020, als er 1.186 Mrd. Euro betrug. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 entspricht das nach Angaben der Studie einem durchschnittlichen Jahreszuwachs von 1,4%. Zu verdanken ist diese deutliche Erholung sowohl dem organischen als auch dem externen Wachstum, wobei letzteres zu einem großen Teil der Fusion von PSA und Fiat Chrysler zu Stellantis zu verdanken ist.

Der Automobilkonzern hat mit einem Nettoergebnis von 13,4 Mrd. Euro auch erheblich zu dem starken Gewinnsprung der CAC 40-Konzerne beigetragen, genau wie andere Einmaleffekte, darunter die Abspaltung des Musikverlages Universal Music Group von Vivendi. Nach 36 Mrd. Euro im Jahr 2020 verbuchten die CAC 40-Untetnehmen 2021 zusammen Ergebnisse von 158 Mrd. Euro. Das ist fast doppelt so viel wie 2019, als sie auf 82 Mrd. Euro kamen und auch mehr als der 2007 aufgestellte letzte Rekord von 96 Mrd. Euro.

Die zu Beginn der Pandemie begonnen Anstrengungen haben sich ebenfalls ausgezahlt, so dass die Pariser Börsen-Schwergewichte so rentabel wie selten zuvor sind. Ihre laufende operative Marge verbesserte sich von 8,4% auf 12,6%. Die Luxusgüterkonzerne Hermès, LVMH, L‘Oréal und Kering haben mit durchschnittlich 25,9% die höchsten operativen Margen innerhalb des CAC 40 verbucht, während die der Unternehmen aus der Energie- und der Baubranche sowie aus der Industrie von 5% im Jahr 2020 letztes Jahr wieder auf fast 11% gestiegen sind.

Allerdings dürften diese Margen angesichts der Inflation nicht zu halten sein. Der starke Anstieg der Rohstoffpreise dürfte die Margen der Industriekonzerne deutlich belasten. Auch wenn Frankreich einer Rezession entkommen dürfte, dürften viele CAC 40-Konzerne die gesunkene Kaufkraft der Verbraucher zu spüren bekommen, etwa Einzelhändler Carrefour und Nahrungsmittelhersteller Danone. Dazu kommen die anhaltenden Probleme der Lieferketten und der Anstieg der Zinsen. Deshalb erscheint es unwahrscheinlich, dass die CAC 40-Konzerne die Rekorde von 2021 übertreffen werden können.

Nachdem sie 2021 mit zusammen weniger als 10 Mrd. Euro so wenig Wertminderungen wie nie zuvor innerhalb der letzten zehn Jahre vorgenommen haben, könnten sich die Situation nun ändern. Auch könnte die Nettoverschuldung wieder ansteigen, nachdem sie 2021 mit zusammen 152 Mrd. Euro auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gesunken ist, obwohl die CAC 40-Konzerne wieder begonnen haben, zu investieren und Akquisitionen zu tätigen.

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