Ladesäulen

Compleo kauft Eon-Tochter

Der Ladensäulenanbieter Compleo kauft das europäische E-Mobilität-Geschäft von Eon. Compleo geht von weiterem Wachstum und deutlich besseren Ergebnissen von Innogy eMobility Solutions aus.

Compleo kauft Eon-Tochter

ak Köln

 Compleo kauft das europäische E-Mobilität-Geschäft von Eon. Der seit dem vergangenen Jahr börsennotierte­ Ladesäulenanbieter zahlt in einer Mischung aus Cash und Aktien. Den Barkaufpreis für die Innogy eMobility Solutions bezifferte Compleo in einer Ad-hoc-Meldung auf 43 Mill. Euro. Er kann sich durch zwei weitere erfolgsabhän­gige Komponenten noch um 16 Mill. Euro erhöhen. Dazu kommen 200000 Compleo-Aktien, für die das Unternehmen eine Sachkapitalerhöhung vornimmt. Sie werden mit 110 Euro je Stück bewertet. Eon habe einer Lock-up-Vereinbarung zugestimmt und wird die Aktien nach dem Closing mindestens neun Monate halten.

Eine Hürde für den Vollzug der Transaktion, der möglichst zum Jahreswechsel stattfinden soll, ist nach Angaben von Compleo noch die Finanzierung der Barkomponente. Der Vorstand prüft nach eigenen Angaben derzeit diverse Optionen einschließlich einer weiteren Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten. Dafür seien bereits Finanzberater mandatiert worden.

Compleo setzt damit ihre offensive Expansionsstrategie fort. Im Frühjahr hatte der Börsenneuling bereits die Übernahme des Konkurrenten Wallbe für knapp 35 Mill. Euro bekannt gegeben.

Mit der seit Juli verhandelten Übernahme der Innogy eMobility Solutions (IEMS) entstehe einer der führenden Komplettanbieter für Ladetechnologie in Europa, unterstrich Compleo die Bedeutung des jetzt vereinbarten Erwerbs. Neben den zusätzlichen Ladestationen ist besonders die Software-Plattform der Eon-Tochter von Bedeutung. Deren E-Mobilitäts-Backend ver­netze weltweit rund 200000 Ladepunkte in rund 30 Ländern. Sowohl Compleo als auch IEMS wurden vor gut zwölf Jahren in Dortmund gegründet.

Defizitär wachsend

Die Eon-Tochter verbuchte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 35 Mill. Euro sowie einen Jahresverlust von 53 Mill. Euro. Compleo will die Aktivitäten nach eigenen Angaben umfassend optimieren und geht in Zukunft von weiterem Wachstum und einer deutlichen Ergebnisverbesserung aus. IEMS soll laut Compleo nach dem Closing über eine Netto-Cashposition von etwa 60 Mill. Euro verfügen. Eon werde gemäß den Vereinbarungen die Tochter mit 10 Mill. Euro ausstatten und  sei zu einem Ausgleich des handelsrechtlichen Verlustes 2021 von voraussichtlich 50 Mill. Euro verpflichtet. Wirtschaftlich ergibt sich dadurch für die Übernahme ein Unternehmenswert von 21 Mill. Euro.

Anfang Oktober hatte Compleo ihre Investoren mit einer Prognosesenkung auf dem falschen Fuß erwischt. Der angepeilte Break-even des Ebitda wird in diesem Jahr nicht erreicht.