Continental prüft Alternative zu Teil-IPO der Antriebssparte
ste Hamburg – Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental erwägt neben einem Teilbörsengang seiner Antriebssparte nun parallel auch eine Abspaltung des künftig unter dem Namen Vitesco auftretenden Bereichs mit anschließender Börsennotierung. Damit erweitere man den Handlungsspielraum in Anbetracht einer sich weiter beschleunigenden Dynamik hin zur Elektrifizierung von Antrieben und der derzeit kaum vorhersehbaren Bedingungen für einen möglichen Teilbörsengang im kommenden Jahr.Der Dax-Konzern aus Hannover hatte in Erwartung einer im laufenden Geschäftsjahr nun um rund 5 % sinkenden weltweiten Autoproduktion vor sechs Wochen seine Umsatz- und Ergebnisziele 2019 gesenkt und bei der Vorlage des Halbjahresberichts am 7. August verstärkte Sparmaßnahmen in Aussicht gestellt, die zum Abbau Tausender Stellen und zu Werksschließungen führen könnten. Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern sind bislang offenbar noch nicht beendet. Im Juli vergangenen Jahres hatte Conti eine organisatorische Neuaufstellung und einen möglichen Teilbörsengang der Powertrain-Sparte im zweiten Halbjahr 2019 in Aussicht gestellt. Zwischenzeitlich änderte der Konzern den Plan mit der Ankündigung, mit der Sparte bis zum ersten Quartal 2020 startklar zu sein für das IPO.Die Prüfung der neuen Option erstrecke sich neben den technischen und rechtlichen Bedingungen ebenfalls auf die Möglichkeit eines vollständigen Spin-offs, erklärte Conti. Vorstand und Aufsichtsrat würden nach Abschluss dieser Prüfung endgültig entscheiden. Mit dem Vorgehen werde sichergestellt, “dass unser Antriebsgeschäft seinen vielversprechenden Zukunftskurs 2020 zu den dann bestmöglichen Bedingungen einschlagen kann – unabhängig davon, ob in Form eines Teilbörsengangs oder eines Spin-offs”, erklärte Conti-Vorstandschef Elmar Degenhart. Alle Beteiligten erhielten auf diese Weise ferner “eine klare Orientierung für die weitere Planung” und könnten sich auf das eigentliche Geschäft konzentrieren.Degenhart bekräftigte, die bereits bis 2023 vereinbarte Beschäftigungssicherung in der Powertrain-Sparte für den Fall gesellschaftlicher Veränderungen sei weiterhin gültig. Am 18. April 2018 war ein mit Arbeitnehmervertretern geschlossenes “Zukunftsbündnis Continental in Motion” für den Antriebsbereich veröffentlicht worden, dessen Eckpunkte unabhängig von der Form der Verselbständigung der Sparte nach wie vor Bestand hätten. Die Conti-Aktie beendete den Xetra-Handel gestern etwas besser als der Dax und fast unverändert zum Vortag bei 109,78 Euro.In den ersten sechs Monaten waren die Erlöse der Powertrain-Sparte, die gut 42 000 Mitarbeiter beschäftigt, um 0,1 (wechselkursbereinigt um 3,4) % auf knapp 3,97 Mrd. Euro zurückgegangen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) hatte im Vorjahresvergleich um 34,5 % auf gut 151 Mill. Euro nachgegeben, die bereinigte Ebit-Marge des Bereichs erreichte 3,8 (i. V. 5,7) %.