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Delivery Hero hebt Wachstumsziel leicht an

Der Essenslieferant Delivery Hero stellt für 2023 einen Anstieg des über seine Plattform gehandelten Bruttowarenwerts am oberen Ende der angepeilten Spanne von 5 bis 7% in Aussicht.

Delivery Hero hebt Wachstumsziel leicht an

Delivery Hero hebt Wachstumsziel leicht an

Zunahme des Bruttowarenwerts soll das obere Ende der Spanne erreichen

hek Frankfurt

Der Essenslieferdienst Delivery Hero äußert sich etwas optimistischer zum Wachstum. Nunmehr nimmt das Berliner Unternehmen für den über die Plattformen abgewickelten Bruttowarenwert (GMV) das obere Ende der prognostizierten Anstiegs in konstanten Währungen von 5 bis 7% in den Blick. Im abgelaufenen Quartal legte der GMV währungsbereinigt um 8,6% auf 11,7 Mrd. Euro zu, teilt Delivery Hero mit.

Den Ergebnis- und den Umsatzausblick bestätigt das Management. Der Konzern sieht sich auf gutem Weg, die Ertragsziele zu erreichen. Demnach soll das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Gesamtjahr mehr als 0,5% des GMV betragen. Bezogen auf die zweite Jahreshälfte soll es mehr als 1% sein.

Profitabilität nun im Vordergrund

"Das bringt uns in eine ausgezeichnete Position für unsere langfristigen Profitabilitätsziele", sagt CFO Emmanuel Thomassin laut Mitteilung. Diese sehen 5 bis 8% Ebitda-Marge vor. Der freie Cashflow soll in der zweiten Hälfte 2023 über die Nulllinie kommen und der Gesamtumsatz der Segmente im Gesamtjahr währungsbereinigt um 15% zulegen.

Die Prognosebestätigung ist relevant, weil Delivery Hero in zurückliegenden Jahren enorme operative Verluste und hohe Mittelabflüsse zu verkraften hatte. Unter dem Druck wachsender Zweifel am Funktionieren des Geschäftsmodells schwenkte der Konzern um und stellte das Erreichen der Profitabilität in den Fokus vor hohem Wachstum.

250 Mill. Euro Ertrag im Blick

Für das Gesamtjahr zeichnen sich rund 250 Mill. Euro adjustiertes Ebitda auf Gruppenebene ab, geht aus der Präsentation hervor. Das laufe auf eine Verbesserung im Vergleich zu 2022 um mehr als 850 Mill. Euro hinaus, die trotz nachteiliger Währungsverschiebungen und der Hyperinflation in Argentinien und der Türkei erreicht würden. Zum Ergebnis im dritten Quartal macht Delivery Hero keine Angaben.

Der Gesamtumsatz der Segmente legte im Dreimonatszeitraum um 16,2% auf 2,71 Mrd. Euro zu. Den Anstieg führt das Management auf eine "verbesserte Monetarisierung" zurück. Damit sind Service- und Abogebühren sowie digitale Werbung gemeint.

Die im MDax vertreten Aktie reagierte am Dienstag mit einem Kursplus von 5% im Handelsverlauf. Laut der Schweizer Großbank UBS hat Delivery Hero beim Bruttowarenwert die Markterwartung erfüllt. Mit Blick auf einzelne Regionen habe das Unternehmen im Nahen Osten und in Nordafrika stark abgeschnitten, während sich das Asiengeschäft schwächer entwickelt habe. Die US-Bank J.P. Morgan wertet die Resultate als ermutigend. Der Markt Korea, der für Delivery Hero sehr wichtig ist, bleibe aber hart umkämpft. Die Deutsche Bank verweist darauf, dass die Aktie bereits mit einem Aufschlag zum Wettbewerber Just Eat Takeaway gehandelt werde.

Vor Rückzug aus Teilen Südostasiens

Im Plattformgeschäft in Asien, das gut die Hälfte des Bruttowarenwerts ausmacht, gab der GMV im dritten Quartal um 6% auf 6,4 Mrd. Euro nach. In konstanten Währungen blieb er auf dem Vorjahresniveau. Aus Teilen Südostasien will sich Delivery Hero zurückziehen.

Die Länder mit profitablem Plattformgeschäft würden im vierten Quartal, hochgerechnet auf ein Jahr, voraussichtlich mehr als 1,3 Mrd. Euro bereinigtes Ebitda erwirtschaften, teilt Delivery Hero weiter mit. In den Ländern mit roten Zahlen soll die Verlustquote von 4,8% des GMV im vierten Quartal 2022 auf 2,2% im laufenden Vierteljahr sinken. Ausschlaggebend dafür sei, dass Asien-Pazifik im Oktober vor Konzernkosten Ebitda-positiv gewesen sei.