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Dell feiert Rekordquartal – HP muss derweil Stellen streichen

Während der Computerhersteller Dell vom Server-Angebot in der Produktpalette profitiert, hat HP mit der hohen Nachfrage nach Rechen- und Speicherchips zu kämpfen. Die macht die eigenen Produkte teurer und zwingt zu Sparmaßnahmen.

Dell feiert Rekordquartal – HP muss derweil Stellen streichen

Der wachsende Bedarf an KI-Servern hat Dell das beste Quartalsergebnis der Firmengeschichte beschert. Daraufhin hob der Computer-Hersteller am Dienstag seine Ziele für das Geschäftsjahr 2025/2026 zum zweiten Mal binnen weniger Monate an. Der US-Konzern steigerte seine Umsätze im vergangenen Vierteljahr den Angaben zufolge um 11% auf 27 Mrd. Dollar. Der Reingewinn legte um 17% auf 2,59 Dollar je Aktie zu. Mit diesen Zahlen im Rücken prognostizierte Finanzchef David Kennedy für 2025/2026 Erlöse von 111,2 bis 112,2 Mrd. Dollar statt 105 bis 109 Mrd. Dollar. Bei den Einnahmen aus dem Geschäft mit KI-Servern stellte er ein Plus von mehr als 150% auf 25 Mrd. Dollar in Aussicht. Bislang hatte der Manager hier mit 20 Mrd. Dollar gerechnet.

KI-Geschäft ist Wachstumstreiber

„Die Dynamik des KI-Geschäfts nimmt zu“, betonte der für das Tagesgeschäft zuständige Chef, Jeff Clarke. Der Auftragsbestand habe mit 30 Mrd. Dollar einen Höchststand erreicht. Daher blickt Dell überraschend optimistisch auf das laufende Quartal. Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatz zwischen 31 und 32 Mrd. Dollar sowie einem Überschuss von 3,50 Dollar je Aktie.

Der KI-Boom ist seit Längerem der Wachstumstreiber für Dell. Wegen des wachsenden „Hungers nach KI“ hatte das Unternehmen vor einigen Wochen seine mittelfristigen Ziele angehoben. Das jährliche Umsatzplus werde bei 7 bis 9 statt 3 bis 4% liegen. Der Reingewinn werde voraussichtlich um mindestens 15 statt 8% steigen.

Chipnachfrage zwingt HP zum Sparkurs

Der Chef des Computerherstellers HP, Enrique Lores, warnte vor möglichem Margendruck durch steigende Speicherchip-Preise. Der Effekt werde voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2026 spürbar. Bis dahin verfüge der Konzern über ausreichende Lagerbestände. Sein Unternehmen suche nach günstigeren Lieferanten und plane Preiserhöhungen, um die Belastungen für die Bilanz gering zu halten.

Außerdem sollen zwischen 4000 und 6000 Stellen gestrichen werden. Das sind etwa 10% der Belegschaft. „Wir gehen davon aus, dass diese Maßnahme über einen Zeitraum von drei Jahren Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Dollar erzielen wird“, sagte Lores am Dienstag bei einer Telefonkonferenz. Betroffen seien Beschäftigte aus den Bereichen Produktentwicklung, Verwaltung und Kundendienst. Der US-Konzern hatte zu Jahresbeginn im Rahmen eines vorangegangenen Sparpakets den Abbau von bis zu 2000 Stellen angekündigt.

Die Zahlen für das abgelaufene Quartal fielen weitgehend im Rahmen der Erwartungen aus. Der Umsatz stieg um 4,2% auf 14,6 Mrd. Dollar. Der Gewinn schrumpfte jedoch um 3,1% auf 0,93 Dollar je Aktie. Für das Geschäftsjahr 2025/2026 prognostizierte Lores einen Gewinn von 2,90 bis 3,20 Dollar je Aktie. Analysten hatten bislang 3,33 Dollar je Aktie erwartet. HP-Aktien brachen daraufhin im nachbörslichen Geschäft der Wall Street um gut 5% ein.

Dell feiert Rekordquartal

Reuters Frankfurt