Der Realist
ab – Ulrich Zimmermann ist ein erfahrener Finanzmann und als solcher auch an Situationen gewöhnt, in denen nicht alles rund läuft. Was er allerdings bei Bastei Lübbe vorfand, als er im Sommer 2017 in den Vorstand mit Zuständigkeit für die Finanzen bestellt wurde, dürfte seine kühnsten Befürchtungen übertroffen haben. Denn der einst familiengeführte und mittlerweile börsennotierte Buchverlag stand mit dem Rücken zur Wand. Das Unternehmen musste vom Kopf wieder auf die Füße gestellt werden.Zimmermann war Realist genug, um die Luftschlösser, die der damalige Konzernchef Thomas Schierack gebaut hatte, zu demaskieren. Zusammen mit dem im November 2017 angeheuerten Sanierer Carel Halff machte sich der 57-Jährige daran, das traditionsreiche Verlagshaus zu sanieren. Mit Erfolg, kehrte Bastei Lübbe im abgelaufenen Turnus doch wieder in die Gewinnzone zurück, auch wenn das Unternehmen noch längst nicht wieder dort ist, wo der Vorstand es haben will.Das Rüstzeug für die anspruchsvolle Aufgabe brachte der studierte Wirtschaftsingenieur zweifelsohne mit. Nach seinem beruflichen Start als Projektkoordinator bei Lufthansa verdingte sich Zimmermann zunächst bei verschiedenen Unternehmensberatungen, bevor er 1998 als Bereichsleiter Finanzen und Beteiligungscontrolling zum Weinhändler Hawesko wechselte.2007 stieg er zum Finanzchef des mittelständischen Weinhändlers auf, der 2014/15 in einen Übernahmekampf verstrickt wurde. Nachdem die Fronten geklärt waren, schied Zimmermann im Juli 2016 “im besten gegenseitigen Einvernehmen” aus.Nicht ohne Stolz verweist Zimmermann darauf, “Handels-DNA” zu besitzen. Das bedeute zum einen die absolute Orientierung am Endkunden und zum anderen mit dünnen Margen zu leben wissen.