Entertainment-Konzern

Disney baut um und 7 000 Stellen ab

Disney-Chef Bob Iger, der im November an die Konzernspitze zurückgekehrt war, baut das Unternehmen um und Stellen ab. Die Streaming-Sparte verliert erstmal Abonnenten, grenzt aber die Verluste ein.

Disney baut um und 7 000 Stellen ab

hei Frankfurt – Der US-Filmgigant Walt Disney kämpft um die Rückkehr auf die Erfolgsspur. CEO Bob Iger, der im November an die Konzernspitze zurückgekehrt ist, um den glücklosen Nachfolger Bob Chapek abzulösen, sitzt der aktivistische Investor Nelson Peltz im Nacken, der dem Unternehmen überteuerte Zukäufe und ausufernde Kosten vorhält. Auf Letzteres reagiert Disney nun mit einem Sparprogramm, dem 7000 Stellen zum Opfer fallen sollen. Das sind rund 3% der weltweiten Belegschaft. Weitere Einschnitte bei Vertriebs-, Betriebs- und allgemeinen Verwaltungsausgaben sollen dazu beitragen, die Kosten um insgesamt 5,5 Mrd. Dollar pro Jahr zu drücken. Anleger nahmen das positiv auf; im Verlauf legte die Aktie 4% zu.

Um nicht nur mit dem Rotstift zu hantieren, will Iger den Konzern zugleich umbauen. Künftig soll das Unternehmen in drei Säulen gegliedert sein: eine Unterhaltungssparte, die Film, Fernsehen und Streaming umfasst, eine auf Sport fokussierte Einheit sowie den Bereich Disney Parks, Erlebnisse und Produkte.

Die Streaming-Sparte Disney+, die im Vorquartal allein einen Verlust von 1,5 Mrd. Dollar eingefahren hatte, grenzte ihren Fehlbetrag zuletzt ein. Er belief sich im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal auf 1,1 Mrd. Dollar; das ist weniger als erwartet. Dennoch schnitt Disney im letzten Vierteljahr im Ergebnis schlechter ab, als Analysten erwartet hatten. Der Konzerngewinn stieg im Jahresvergleich um 11% auf 1,28 Mrd. Dollar. Analysten hatten mit 1,43 Mrd. Dollar gerechnet. Die Erlöse kamen um 8% auf 23,5 Mrd. Dollar voran.

Die Umstrukturierung solle dazu beitragen, dass Entscheidungen wieder von den Mitgliedern der kreativen Teams getroffen würden, hieß es. Iger unterstrich zugleich, dass Streaming im Zentrum der strategischen Ausrichtung bleiben werde. Ziel sei, die Zahl der Abonnenten zu steigern und die Erlöse auch mit Hilfe von Werbeeinnahmen zu erhöhen.

Disney+ verlor im Berichtsquartal das erste Mal seit dem Start Abonnenten. Zum Quartalsende hatte der mit Netflix konkurrierende Streaming-Dienst weltweit 161,8 Millionen Nutzer, gut 1% weniger als drei Monate vorher, als Disney+ auf 164,2 Millionen Abonnenten kam. Damals betrug der Zuwachs noch 12,1 Millionen neue Nutzer. Der Filmkonzern hatte Anfang Dezember vorerst nur in den USA ein Werbeabo von Disney+ eingeführt. Zeitgleich wurde der bisherige Abo-Preis erhöht. Die werbefinanzierte Version von Disney+ kostet in den USA seitdem so viel wie das bisherige Abo ohne Werbung. Netflix, die ebenfalls werbefinanzierte Accounts eingeführt hat, war zuletzt bei den Teilnehmerzahlen wieder gewachsen.

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