Medizintechnik

Dräger zieht Anleger mit erhöhter Prognose in den Bann

Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Dräger hat mit seinem operativen Ergebnis im dritten Quartal Markterwartungen übertroffen und seine Jahresziele erhöht. Anleger reagieren erfreut: Die Vorzüge des SDax-Unternehmens kletterten am Dienstag um bis zu 14%.

Dräger zieht Anleger mit erhöhter Prognose in den Bann

Dräger erfreut mit erhöhter Prognose

Operatives Ergebnis übertrifft Erwartungen – Aktie steigt in der Spitze um 14 Prozent

ste Hamburg

Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Dräger hat nach einem ungewöhnlich starken dritten Quartal seine Ergebnisprognose für 2023 angehoben und Anleger in den Bann gezogen. Nach der Veröffentlichung vorläufiger Zahlen zum Sommerquartal sowie des korrigierten Ausblicks am späten Montagabend legte die Drägerwerk-Vorzugsaktie am Dienstag in der Spitze um 14,3% auf 50,50 Euro zu und näherte sich damit dem Jahreshöchststand von Ende April.

Preise werden durchgesetzt

Beim Analysehaus Warburg Research, das bei einem Kursziel von 53,10 Euro seine Kaufempfehlung für den im SDax notierten Titel bekräftigte, hieß es, die vorläufigen Zahlen zum operativen Ergebnis (Ebit) hätten die bereits hochgesteckten Erwartungen in einem üblicherweise schwachen Quartal übertroffen. Dräger steuere bei andauerndem Kostendruck auf ein starkes Geschäftsjahresergebnis zu. Das Unternehmen sei in der Lage, seine Preise im Markt durchzusetzen.

Ein Jefferies-Analyst meinte, die Eckdaten von Dräger seien gut ausgefallen. Die neue Prognose für das operative Ergebnis decke sich mit den Markterwartungen. Die Lieferkettenprobleme seien schneller gelöst worden als erwartet. Allerdings ändere dies vorerst nichts am negativen Votum und seiner Sicht auf die mittelfristige Entwicklung, so der Analyst, der die Drägerwerk-Aktie unverändert bei einem Kursziel von 38 Euro mit "Underperform" einstuft.

Dräger stellt für 2023 mit Verweis auf eine gute Umsatzentwicklung und ein erfolgreiches Kostenmanagement nunmehr eine Ebit-Marge von 2 bis 4 (i.V. −2,9)% anstatt 0 bis 3% in Aussicht. Das währungsbereinigte Umsatzwachstum soll das obere Ende der bislang avisierten Spanne von 7 bis 11% erreichen, was auf Basis aktueller Wechselkurse einer Steigerung um 4,5 bis 8,5% entspräche.

Lieferfähigkeit verbessert

Nach den ersten neun Monaten steht ein Plus von währungsbereinigt 17,1% bzw. nominal 14,5% auf 2,32 Mrd. Euro zu Buche. Dabei wirkten sich eine spürbar verbesserte Lieferfähigkeit infolge abnehmender globaler Lieferkettenprobleme sowie eine hohe Nachfrage nach Beatmungsgeräten in China zu Beginn des Jahres positiv auf die Erlöse aus, wie das Familienunternehmen aus Lübeck erläuterte. Dank des kräftigen Umsatzwachstums verbesserte sich das Ebit in den ersten neun Monaten auf rund 77 (−148,3) Mill. Euro. Allerdings blieb das Medizintechniksegment mit rund −2 (−116,8) Mill. Euro in der Verlustzone, während die Sicherheitstechniksparte einen operativen Gewinn von rund 79 (−31,5) Mill. Euro schaffte. Dass sich die Bruttomarge des Konzerns auf rund 44 (40,5)% verbesserte, begründet Dräger vor allem mit einer höheren Produktions- und Serviceauslastung sowie einer wirksameren Preisdurchsetzung. Die Ebit-Marge landete bei 3,3 (−7,3)%.

Auftragsbestand hilft

Im dritten Quartal, über das das Unternehmen ausführlich am 2. November berichtet, ergab sich eine Ebit-Marge von 3,7 (−5,0)%. Der Umsatz erhöhte sich währungsbereinigt um 12,6% und nominal um 8,8% auf rund 789 Mill. Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren die Erlöse mit 725 Mill. Euro währungsbereinigt um gut 9% unter dem Wert des Sommerquartals 2021 geblieben. Nun sorgte die verbesserte Lieferfähigkeit für ein kräftiges Umsatzwachstum, das auch aus dem hohen Auftragsbestand des Vorjahres resultierte.

Der Auftragseingang, der im ersten Halbjahr 2023 mit knapp 1,6 Mrd. Euro währungsbereinigt noch knapp 2% unter dem Vorjahreswert lag, übertraf den vorläufigen Berechnungen zufolge im Neunmonatsvergleich mit 2,4 Mrd. Euro das Niveau von 2022 währungsbereinigt um 1,2%. Im dritten Quartal wurde mit 807 Mill. Euro ein Orderaufkommen verbucht, das währungsbereinigt um 6,8% höher ausfiel als im vergangenen Turnus.