WERTBERICHTIGT

Eine Waffe zur Abschreckung

Börsen-Zeitung, 10.11.2016 Bis Mitte Oktober und für 70 Euro je Anteil: Das Gerücht von einem solchen Übernahmeangebot aus China hatte vor einem Monat die Aktionäre von Osram elektrisiert. Doch ein Blick in den Kalender zeigt längst: Es war eine...

Eine Waffe zur Abschreckung

Bis Mitte Oktober und für 70 Euro je Anteil: Das Gerücht von einem solchen Übernahmeangebot aus China hatte vor einem Monat die Aktionäre von Osram elektrisiert. Doch ein Blick in den Kalender zeigt längst: Es war eine Falschmeldung. Ja, in China gibt es Interesse an dem Münchner Lichttechnikkonzern. Aber ein konkreter Plan für eine Übernahme fehlt bisher. So einfach wäre der gegen die Politik ohnehin nicht durchzusetzen. Schon den angestrebten Verkauf der von Osram ausgegliederten Lampensparte Ledvance nach China nimmt das Bundeswirtschaftsministerium unter die Lupe. Dabei lässt sich selbst mit viel Fantasie kaum vorstellen, wie klassische Beleuchtung für spezielle militärische Zwecke verwendet werden könnte. Anders sieht es für die im Osram-Konzern verbliebenen Produkte aus: Sensoren oder Dioden werden in Radarsystemen oder Kontrollräumen von Flughäfen eingesetzt. Das deutsche Außenwirtschaftsgesetz könnte deshalb ein echtes Abwehrinstrument gegen Übernahmepläne aus dem Ausland sein. Vielleicht schreckt allein diese Waffe Interessenten ab.jh