Wirtschaftsprüfung und Beratung

EY gelingt Umsatzschub

Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY ist im vergangenen Geschäftsjahr in Deutschland deutlich gewachsen. Stärkste Treiber waren Consulting und Steuerberatung.

EY gelingt Umsatzschub

Consulting und Steuerberatung
bringen EY Wachstumsschub

Prüfungs- und Beratungsgesellschaft investiert in KI

swa Frankfurt

Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY ist im vergangenen Geschäftsjahr in Deutschland mit hoher Dynamik gewachsen. Der Umsatz kam 2022/23 (zum 30.6.) um 15,6% auf 2,57 Mrd. Euro voran. Zu der Entwicklung haben alle Geschäftsbereiche beigetragen: Das stärkste Plus zeigt das Segment Consulting mit einem Sprung um 25% auf 501 Mill. Euro. Dicht dahinter liegt das kleinste Segment, Strategy and Transactions, mit einem Zuwachs um gut 21% auf 469 Mill. Euro, teilt EY weiter mit. Der größte Bereich, die Steuerberatung, kletterte im Umsatz ebenfalls prozentual zweistellig um 14% auf 881 Mill. Euro, womit EY ihre Position als Marktführer weiter gefestigt habe. In der Wirtschaftsprüfung gelang ein Plus um 8,4% auf 714 Mill. Euro.

"Die disruptiven Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft gehören zur neuen Normalität. Geopolitische Krisen, politische Vorgaben zur Bewältigung des Klimawandels und steigende Ansprüche der Stakeholder setzen Unternehmen unter einen nie da gewesenen Transformationsdruck. Um all diese Herausforderungen zu bewältigen, brauchen Unternehmen die Expertise von Beratern und von Prüfern. Unsere erfreuliche Geschäftsentwicklung zeigt, dass wir die richtigen Prioritäten bei unseren Investitionen in Know-how und Technologien gesetzt haben“, würdigt Deutschlandchef Henrik Ahlers die operative Entwicklung.

"Solider Start"

Ins laufende Geschäftsjahr sei EY solide gestartet. Ob sich das Wachstum in dem Maße wie im vergangenen Turnus wiederholen lasse, sei angesichts des volatilen Umfelds und geopolitischer Risiken schwer vorherzusagen, sagt Ahlers. Die strategische Agenda werde konsequent umgesetzt. Dabei hat EY weltweit im Rahmen des 2021/22 gestarteten und auf drei Jahre angelegten Investitionsprogramms von 10 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr 3,6 Mrd. Dollar in Prüfungsqualität, Innovation, Technologie und Mitarbeiter investiert. Allein 1,4 Mrd. Dollar habe EY in künstliche Intelligenz gesteckt.

Noch nicht ausgestanden ist der Fall Wirecard, wo EY als Abschlussprüfer des ehemaligen Zahlungsdienstleisters am Pranger steht und das Berufsaufsichtsverfahren wegen möglicher Pflichtverletzungen noch nicht abgeschlossen ist. Nach Angaben von EY sind die Bescheide der Abschlussprüferaufsicht Apas noch nicht eingegangen – hier kann es sich aber nur noch um Tage handeln.

Sanktionen im Fall Wirecard

Die Apas hatte zu den Sanktionen bereits angekündigt, dass EY neben einer Geldbuße bei Unternehmen von öffentlichem Interesse zwei Jahre lang keine gesetzlichen Abschlussprüfungen mehr durchführen darf. Dabei geht es um neue Mandate, bestehende Mandate sind demzufolge ausgenommen. EY ist derzeit Abschlussprüfer von acht Dax-Unternehmen, hat in den vergangenen zwei Jahren aber aus der Gruppe der börsennotierten Gesellschaften mit Blick auf das bevorstehende temporäre Prüfungsverbot kein Mandat erhalten. EY darf aber nach früheren Informationen aus der Apas in der Zeit der Sperre an Ausschreibungen teilnehmen und könnte somit unmittelbar nach Ablauf der Frist wieder starten.

Im Segment Assurance sei EY mit den Mandaten im Dax und "gehobenen" Mittelstand nach wie vor gut ausgelastet. Die Gesellschaft habe in den vergangenen beiden Geschäftsjahren intensiv an der stetigen Verbesserung der Prüfungsqualität gearbeitet, wird betont. Das stärkste Wachstum im Segment sei in der prüfungsnahen Beratung gelungen, getrieben vom Thema Nachhaltigkeit.

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