Weniger Passagiere in Frankfurt

Fraport macht Hoffnung auf Dividende

Fraport-Aktionäre mussten viele Jahre auf eine Dividende verzichten. Das könnte sich bald ändern.

Fraport macht Hoffnung auf Dividende

Der Flughafenbetreiber Fraport rechnet im laufenden Jahr in Frankfurt jetzt mit etwas weniger Passagieren als bislang erhofft. Statt bis zu 64 Mill. dürften es rund 63 Mill. Fluggäste werden. Der Rekordwert von 70,6 Mill. Fluggästen aus dem Jahr 2019 bleibt damit erneut weit entfernt. An seinen Gewinnzielen für 2025 hält Fraport-Chef Stefan Schulte nach einem überraschend profitablen Sommer hingegen fest. Fraport kann zudem voraussichtlich im kommenden Jahr erstmals seit 2019 wieder eine Dividende ausschütten.

„Ich bin zuversichtlich, dass (…) wir tatsächlich im nächsten Jahr für dieses Jahr erstmals nach vielen Jahren eine Dividendenzahlung aufnehmen können“, sagte Schulte. Die dafür im Frühjahr genannten Kriterien wie das Ende liquider Mittelabflüsse für Investitionen könnten wahrscheinlich erfüllt werden. Fraport gehört zu etwas mehr als 50 Prozent dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt.

Am Finanzmarkt wurden die Neuigkeiten aus der Quartalsbilanz mit einem Kurssprung belohnt: Die Aktie gewann bis zum Mittag 11% und war mit Abstand stärkster Gewinner im MDax. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier nun rund ein Drittel an Wert gewonnen. Die Aktie hat mit 79,60 Euro den höchsten Stand seit dem Jahr 2018 erreicht. Sie kosten erstmals wieder mehr als vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie mit ihrer heftigen Kurskorrektur.

Umsatz stagnierte zuletzt

Im dritten Quartal stagnierte Fraports Umsatz mit 1,35 Mrd. Euro auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Der operative Gewinn legte hingegen um 23% auf 593 Mill. Euro zu und übertraf die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von fast 303 Mill. Euro, ein Anstieg um fast ein Drittel.

Grund des besonders starken Gewinnanstiegs war eine außerplanmäßige Beitragsrückerstattung im Zusammenhang mit der betrieblichen Alterszusatzversicherung. Sie trieb das operative Ergebnis um 50 Mill. Euro nach oben. In den ersten neun Monaten erzielte Fraport dadurch einen operativen Gewinn von 1,2 Mrd. Euro. Das ist fast so viel wie im gesamten Jahr 2024, als Fraport auf 1,3 Mrd. Euro kam.

Für 2025 hat sich Vorstandschef Schulte vorgenommen, den operativen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr moderat zu steigern. Dank des Sondereffekts im Sommer sieht er den Konzern nun auf gutem Weg zu diesem Ziel. Der Konzerngewinn vor Minderheitsanteilen Dritter dürfte nach seiner Prognose hingegen allenfalls das Niveau von 2024 erreichen. Nach den ersten neun Monaten lag es mit 442 Mill. Euro knapp 2% höher als ein Jahr zuvor.

Ausland läuft besser als Frankfurt

Unterdessen erholt sich das Passagiergeschäft an den Auslandsflughäfen des Fraport-Konzerns weiterhin viel besser von der Corona-Krise als an Deutschlands größtem Airport in Frankfurt. Konzernweit zählte Fraport in den ersten neun Monaten 144 Mill. Fluggäste. Das waren 4,6% mehr als im Vorjahr und erstmals so viele wie vor der Pandemie im Jahr 2019.

Deutlich über dieser Schwelle liegen den Angaben zufolge die zu Fraport gehörenden Regionalflughäfen in Griechenland (plus 21%), im peruanischen Lima (plus 8%) und im türkischen Antalya (plus 7%). In Frankfurt lag das Aufkommen hingegen noch gut 12% unter dem Vorkrisenniveau.

„Auf dem Heimatmarkt bremsen weiterhin die viel zu hohe Luftverkehrsteuer und Gebühren für Luftsicherheit sowie Flugsicherung eine dynamischere Entwicklung aus“, erklärte Fraport. Im Oktober zählte der Konzern in Frankfurt immerhin 5,9% mehr Fluggäste als im Vorjahresmonat.

Eröffnung des neuen Terminals

Trotz der schleppenden Erholung will Fraport im kommenden April das neue Passagier-Terminal im Süden des Frankfurter Flughafens eröffnen. Die Kapazität des Airports wächst jedoch nicht in diesem Maße, denn zunächst soll das rund 30 Jahre alte Terminal 2 mindestens fünf Jahre lang kernsaniert werden. 57 Fluggesellschaften ziehen deshalb in Terminal 3 um. Dazu zählen Schwergewichte wie Air France, British Airways, Delta und Emirates. Die Lufthansa bleibt mit ihren Partnern aus der Star Alliance im Terminal 1.

Die Corona-Pandemie hatte den Bau des dritten Passagierterminals verzögert, weil wegen des damit verbundenen Luftverkehr-Schocks zusätzliche Kapazitäten auf einmal nicht mehr notwendig erschienen. Fraport baute trotzdem weiter, verschob die Inbetriebnahme aber um mehrere Jahre in die Zukunft.

Fraport macht Hoffnung auf Dividende

dpa-afx/Reuters Frankfurt