Containerschifffahrt

Für Hapag-Lloyd trübt sich das Marktumfeld ein

Für Hapag-Lloyd trübt sich das Marktumfeld ein. Ihre bisherige Jahresprognose bekräftigt Deutschlands größte Containerreederei aber nach dem Rekordgewinn im 3. Quartal.

Für Hapag-Lloyd trübt sich das Marktumfeld ein

ste Hamburg

Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd hat ihre zuletzt am 28. Juli erhöhte Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr am Donnerstag bei der Vorstellung der Zahlen zum dritten Quartal trotz des zuletzt verschlechterten Marktumfelds bestätigt. Wie vor gut einer Woche der ebenfalls börsennotierte Transport- und Logistikkonzern A.P. Møller-Mærsk aus Kopenhagen, der die weltweit zweitgrößte Linienreederei betreibt, berichtete der Branchenfünfte über Rekordzahlen in der Berichtsperiode. Der Periodengewinn legte während der „Peak Season“ der Containerschifffahrt verglichen mit dem Vorjahr noch einmal um mehr als 80% auf 5,12 Mrd. Euro zu – nach 4,48 Mrd. im zweiten und 4,17 Mrd. Euro im ersten Quartal.

Die Zahlen im dritten Quartal fielen besser aus als erwartet. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) legte auf 5,63 (3,31) Mrd. Euro zu und lag über der von dem Unternehmen ermittelten Analystenkonsensschätzung von 5,29 Mrd. Euro. Die durchschnittliche Frachtrate lag mit 3106 (2234) Dollar je 20-Fuß-Standardcontainer (TEU) um 39% über dem Vorjahresniveau und über der Konsensschätzung von 2702 Dollar/TEU. Dabei blieb die Transportmenge mit 2,98 Mill. TEU nahezu unverändert. Die Hapag-Lloyd-Aktie, die sich zu lediglich 3,6% im Streubesitz befindet, legte bis zum Handelsende um 4,2% auf 175,70 Euro zu. Allein seit dem Höchststand Mitte Mai hat das Papier mehr als 60% ihres Werts eingebüßt.

Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen verwies auf das im dritten Quartal weiter eingetrübte Marktumfeld, was sich an rückläufigen Spotraten und höheren inflationsbedingten Stückkosten zeige. Zum Ende des Quartals habe sich die Nachfrage nach Containertransporten abgeschwächt, bei den verfügbaren Transportkapazitäten habe sich eine leichte Entspannung ergeben. In den kommenden Monaten dürfte sich die angespannte Situation in den globalen Lieferketten, die im Verlauf der Pandemie zu längeren Umlaufzeiten für Schiffe und Container führte, weiter normalisieren, meinte Habben Jansen.

Die Reederei rechnet 2022 mit einem Ebitda zwischen 18,2 und 20,1 (i.V. 10,9) Mrd. Euro sowie einem Betriebsergebnis (Ebit) zwischen 16,3 und 18,2 (9,4) Mrd. Euro. Die aktuell robuste Bilanz will Hapag-Lloyd zur weiteren Dekarbonisierung der Flotte und für Infrastrukturinvestitionen zum Ausbau der Terminalbeteiligungen nutzen.

Hapag-Lloyd
Konzernzahlen nach IFRS
9 Monate
in Mill. Euro20222021
Umsatz2671114998
Ebitda156386822
Ebit142235799
Konzernergebnis137745562
Roic1 (%)117,759,6
Operativer Cashflow149746244
Freier Cashflow133835514
Nettoliquidität97442226
Eigenkapitalquote (%)69,360,52
1) Rendite auf das eingesetzte Kapital; 2) zum 31.12.2021 Börsen-Zeitung
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