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Elliott und JD.com haben Appetit auf Currys

Der Elektrohändler Currys hat den Finanzinvestor Elliott abblitzen lassen. Nun zeigt auch noch die chinesische JD.com Interesse. Der Chipdesigner Graphcore würde dagegen gerne gekauft werden.

Elliott und JD.com haben Appetit auf Currys

Elliott und JD.com haben Appetit auf Currys

Britischer Chipdesigner Graphcore begibt sich auf Käufersuche

hip London

Der Elektrohändler Currys hat den Finanzinvestor Elliott abblitzen lassen. Nun zeigt auch noch die chinesische JD.com Interesse an der FTSE-250-Gesellschaft. Der KI-Chipdesigner Graphcore würde dagegen gerne gekauft werden. Dem Unternehmen aus Bristol machen steigende Verluste und ein sinkender Umsatz zu schaffen.

Die britische Elektrohandelskette Currys ist zum Übernahmeziel geworden. Am Sonntag ließ der Board der FTSE-250-Gesellschaft den US-Finanzinvestor Elliott abblitzen. Man habe ein Angebot von 62 Pence je Aktie erhalten, was rund 703 Mill. Pfund entspricht, teilte Currys mit. Das Unternehmen und seine Zukunftsaussichten würden durch die Offerte deutlich zu niedrig bewertet. Currys lässt sich von der Citigroup beraten.

Die Aktie legte am Montag stark zu, der Börsenwert stieg über den angebotenen Preis hinaus. Das chinesische E-Commerce-Unternehmen JD.com meldete laut Medienberichten ebenfalls Interesse an. Wie der "Telegraph" erfahren haben will, wurden in den vergangenen Wochen bereits erste Gespräche geführt.

Wette auf den Turnaround

"Es ist kein Geheimnis, dass es Currys in letzter Zeit nicht besonders gut gegangen ist", sagte Susannah Streeter, Head of Money & Markets bei Hargreaves Lansdown. Die steigenden Lebenshaltungskosten sorgten für Gegenwind. Viele Käufe wurden während der Pandemie vorgezogen. Die Aktie hat seit ihrem Hoch im Jahr 1995 gut 90% verloren. "Es ist ein weiteres Asset, das man für preiswert hält und das von der derzeitigen wirtschaftlichen Misere nach unten gezogen wird", sagte Streeter. Aber Elliott habe den Wert des Vertriebsmodells und die Chancen auf eine Wende erkannt. Der Private-Equity-Gesellschaft gehört unter anderem der Buchhändler Waterstones.

Konkurrenz für Nvidia

Der Chipdesigner Graphcore aus dem Portfolio des Finanzinvestors Chrysalis befindet sich dem "Telegraph" zufolge auf Käufersuche. Als Bewertung stehen mehr als 500 Mill. Dollar im Raum. Als mögliche Interessenten wurden die japanische Softbank und OpenAI genannt. Das Unternehmen aus Bristol will mit seinen "Intelligence Processing Units" dem Marktführer Nvidia bei Prozessoren für Künstliche-Intelligenz-Anwendungen Konkurrenz machen. Im Januar 2012 kamen Nigel Toon und Simon Knowles auf die Idee zu Graphcore. Ein Jahr zuvor hatten sie die von ihnen gegründete Halbleiterfirma Icera an Nvidia verkauft. Unter den Investoren finden sich bekannte Namen wie die schottische Baillie Gifford und Sequoia.

Schon 2023 wurde über einen möglichen Verkauf der Firma spekuliert. Graphcore wurde 2020 noch mit 2,8 Mrd. Dollar bewertet. Für 2022 zeigte das Unternehmen einen wachsenden Verlust bei schrumpfendem Erlös.

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